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Sanktionen nach Atomdrohung: UN verbieten Nordkorea Luxus

Die neuen UN-Sanktionen sollen das Regime Nordkoreas treffen - nicht das ohnehin in bitterer Armut lebende Volk. Jachten, Luxusautos und Juwelen dürfen nicht mehr nach Nordkorea verkauft werden.

Drei Wochen nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas haben die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das kommunistische Regime verhängt. Das Gremium ließ sich dabei nicht von Drohungen Nordkoreas mit einem Atomschlag beeindrucken.

Der UN-Sicherheitsrat beschloss am Donnerstag einstimmig, die schon bestehenden Strafen durch Reiseverbote und Kontensperrungen zu verstärken. Die neuen Sanktionen der Vereinten Nationen sollen das Regime Nordkoreas treffen - nicht das ohnehin in bitterer Armut lebende Volk. Entsprechend führt das letzte Kapitel der Resolution verbotene Gegenstände auf, die nichts mit Atomraketen zu tun haben, aber vor allem die Führung treffen.

Verboten sind zum Beispiel "Schmuck mit Perlen", "Edelsteine" und selbst Halbedelsteine. Extra aufgeführt sind "Diamanten, Saphire, Rubine und Smaragde". Auch Schmuck aus Edelmetall darf nicht nach Nordkorea verkauft werden.

Ein Exportverbot gibt es zudem für Jachten und Rennwagen sowie Luxusautos - auch wenn nicht klar gesagt ist, ab wann ein Wagen diesen Standard erfüllt. Extra ausgenommen: Fahrzeuge für den Nahverkehr.

Das Papier trägt vor allem die amerikanische, aber auch die chinesische Handschrift. Peking gilt als engster Verbündeter Pjöngjangs, ist aber nach dem Atomtest vom 12. Februar etwas von seinem Partner abgerückt.

Kurz vor der Entscheidung über die neuen Strafen hatte das Land den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht. "Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir das uns zustehende Recht eines Präventiv-Schlages gegen die Kommandozentralen der Aggressoren üben, um unsere höchsten Interessen zu schützen", hatte eine Sprecherin des Außenministeriums in Pjöngjang laut einem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA gesagt.

Ärger über Militärmanöver der USA und Südkoreas

Nordkorea wirft den USA und Südkorea vor, gemeinsame Manöver zu nutzen, um einen Angriff auf den kommunistischen Staat vorzubereiten. Nordkorea hat seinerseits ebenfalls Manöver in einem ungewöhnlich großen Umfang gestartet.

Die Staatengemeinschaft reagiert mit den neuen Strafen auf den Test einer Langstreckenrakete Nordkoreas im Dezember und einem unterirdischen Atombombentest im Februar. Die USA hatten sich mit China - einer der letzten Verbündeten des isolierten Landes - auf den Resolutionsentwurf geeinigt. Im Fokus stehen dabei Beschränkungen von Finanztransaktionen.

kmi/anb/DPA / DPA