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Kritik an US-Republikanern: Genug "Gedanken und Gebete"! Gott wird es nicht richten

Der Amoklauf von San Bernardino heizt erneut die Waffendebatte in den USA an. Die Republikaner, Freunde der lockeren Waffengesetze, geraten in heftige Kritik. Ihre ewigen "Gedanken und Gebete" erscheinen als reine Plattitüden.

"Gott wird das nicht richten", titelt die New Yorker Zeitung "Daily News"

"Gott wird das nicht richten", titelt die New Yorker Zeitung "Daily News"

Nach jedem neuen Amoklauf gibt es neue alte Diskussionen um die Waffengesetze in den USA. Nirgendwo komme es so häufig zu Gewalttaten mit Schusswaffen wie in den USA, sagte Präsident Barack Obama gegenüber CBS. Er bezieht sich damit auf das Massaker von San Bernardino im US-Bundesstaat Kalifornien.  Gefühlt jede Woche spricht sich Obama, der Demokrat, für strengere Gesetze aus. Geworden ist daraus während seiner Amtszeit bislang jedoch nichts. Regelmäßig wird er von den Republikanern ausgebremst.

"Meine Gebete sind bei den Angehörigen der Opfer" - so oder so ähnlich äußern sich die US-amerikanischen Republikaner nach derartigen Bluttaten wie auf Knopfdruck in den sozialen Netzwerken, gerne mit der Phrase "Thoughts and Prayers". Diese Äußerung ist inzwischen derart abgedroschen, dass es wirkt, als habe jeder Republikaner eine Sonder-Taste dafür auf seiner Tastatur.

Keine Lust mehr auf Plattitüden

All das folgenlose Gedenke und Gebete sorgt nun für heftige Kritik seitens der (demokratischen) Medien. "Gott wird das nicht richten" ("God isn't fixing this"), druckt die New Yorker Zeitung "Daily News" am Tag nach der Bluttat, bei der insgesamt 16 Menschen starben, in dicken Lettern auf die Titelseite. "Während die jüngste Fuhre unschuldiger Amerikaner in ihren Blutlachen liegt, verstecken sich die Feiglinge, die diese Waffenplage beenden könnten, hinter bedeutungslosen Plattitüden" steht darunter.


Laut "Washington Post" ist die Attacke in San Bernardino die 355. Schießerei in den USA in diesem Jahr, bei der vier oder mehr Menschen, darunter auch der jeweilige Schütze, mit Waffen getötet oder verletzt wurden. Insbesondere klagt die "Daily News" mit den Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz, Rand Paul und Lindsey Graham und dem Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan vier hochrangige Republikaner an. Diese hatten sich in den sozialen Medien mit den üblichen Phrasen geäußert.



Doch gerade auf Twitter machen auch viele Menschen auf der ganzen Welt ihrer Wut auf die US-Amerikaner und deren liberaler Waffengesetze Luft. Die immer gleichen Plattitüden werden zunehmend als Heucheleien empfunden, da sich schließlich seit Jahren nichts an der Gesetzeslage geändert hat und immer wieder unschuldige Menschen durch Waffen sterben. Laut dem Politik-Blog "Vox.com" sterben in den USA jährlich mehr als 32.000 Menschen durch Kugeln. 

Jedes Mal, wenn sie Nachrichten einer solchen Gewalttat sehe, fühle sie es in ihrer Magengrube, teilte Dianne Feinstein, demokratische Senatorin im Staat Kalifornien, mit. Der Kongress habe eine "lähmende Angst, die Waffenlobby zu verärgern". Nicht einmal zu Sicherheitsüberprüfungen bei Waffenkäufen könnten sich die Politiker durchringen, obwohl die Mehrheit der Amerikaner solch einen Schritt unterstützen würde. 


jen