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US-Regierung: Weißes Haus eröffnet Jagd auf undichte Stellen - doch das Leak folgt direkt

Täglich dringen Interna aus dem Weißen Haus, deshalb fährt Pressesprecher Sean Spicer schwere Geschütze gegen seine plauderfreudigen Mitarbeiter auf. Um die undichten Stellen zu stopfen, werden ihre Dienst- und Privathandys kontrolliert.

Donald Trump-Pressesprecher Sean Spicer

Donald-Trump-Pressesprecher Sean Spicer lässt die Handys seiner Mitarbeiter kontrollieren

Seit Wochen kämpft das Weiße Haus mit undichten Stellen. An allen Ecken und Enden werden Informationen durchgestochen und Interna an die Presse weitergegeben. Präsident Donald Trump ist verständlicherweise nicht besonders begeistert. Öffentlich beklagt er (und bestätigt damit) die Flut an Indiskretionen, behauptet aber im gleichen Atemzug, deren Erwähnung in den Medien sei "Fake News". Nun versucht sein Sprecher den Informanten auf die Pelle zu rücken und fährt dazu schwere Geschütze auf.

US-Medien berichten, dass seit einigen Tagen private wie dienstliche Telefone zufällig ausgewählter Mitarbeiter überprüft werden. "Bei einem Treffen in Spicers Büro wurden einige von ihnen gebeten, ihre Handys abzugeben, um zu beweisen, dass sie nichts zu verbergen haben", schreibt "Politico". Besonders im Visier seien dabei Messaging-Apps wie Confide, die verschlüsselte Textnachrichten sofort nach dem Versenden löschen. Spicer habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass solche Programme gegen den "Presidential Records Act" verstoßen würden, zitiert das US-Magazin anwesende Mitarbeiter. Die Verordnung regelt die Archivierung sämtlicher, auch privater Korrespondenz, die ein US-Präsident während seiner Amtszeit tätigt.

Die Ironie bei dieser Geschichte ist, dass auch sie geleakt wurde, wie es auf dem Twitterkanal "RoguePotusStaff" heißt, auf dem frustrierte Mitarbeiter des Weißen Hauses aus dem innersten Machtzirkel berichten. Nicht zum ersten Mal werden Leaks-Anordnungen geleakt. Wie die "Washington Post" berichtete, sei kürzlich ein vierseitiges Memo des Außenministeriums über die Gefahren von Durchstechereien prompt an die Presse weitergereicht worden.

Donald Trump steht hinter Sean Spicer

Die Stimmung im Weißen Haus ist weiter angespannt. "Während in einigen Abteilungen langsam wieder etwas mehr Ruhe einkehrt", schreibt "Politico", scheinen die Mitarbeiter der Kommunikationsstabsstelle zutiefst verunsichert und frustriert zu sein. "Der Druck steigt, viele fürchten um ihre Zukunft." So habe Sean Spicer seine Vize-Direktorin Jessica Ditto derart hart kritisiert, dass sie weinen musste, heißt es unter Berufung aus Augenzeugen. Andere Mitarbeiter seien von ihm mit Schimpfworttiraden überzogen worden, weil aus ihrem Kreis angeblich die Indiskretionen stammen würden.


Auch Sean Spicer selbst steht unter besonderer Beobachtung seines Chefs Donald Trump. Anders als andere US-Präsidenten würde sich der Neue im Weißen Haus jedes der täglichen Pressebriefings im Fernsehen anschauen. Zeitweise hieß es sogar, Trump sei mit dem Auftreten Spicers höchst unzufrieden. Mittlerweile aber habe er seinem Pressesprecher versichert, dass sein Job sicher sei.

nik