HOME

Sieben Ausländer in Nigeria getötet: "Ein grausamer terroristischer Akt"

Sieben in Nigeria entführte Ausländer sind tot. Die der al Kaida nahestehende Gruppe der Entführer erklärte, sie habe die Geiseln umgebracht. Der Grund sollen versuchte Befreiungsaktionen sein.

In Nigeria sind sieben Ausländer knapp einen Monat nach ihrer Entführung durch Islamisten getötet worden. Die Außerministerien in Rom und Athen bestätigten am Sonntag den Tod der Geiseln. Die Ausländer - ein Italiener, ein Grieche, ein Brite sowie Libanesen und Syrer - waren am 16. Februar im Norden Nigerias entführt worden. Das Außenministerium in Rom sprach von "einem grausamen terroristischen Akt", den das Ministerium "aufs Schärfste verurteilt und für den es keine Erklärung gibt". Staatschef Giorgio Napolitano und Ministerpräsident Mario Monti sprachen den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Nach griechischen Angaben arbeiteten die Ausländer für eine libanesische Firma in Bauchi in Nordnigeria. Zu der Entführung habe sich eine islamische Terroristengruppe namens Ansaru bekannt. Es habe weder Kontakt zu den Entführern noch irgendwelche Forderungen gegeben. Außenminister Dimitris Avramopoulos habe der Mutter des getöteten Griechen gegenüber die Trauer und den Beistand des Staates zum Ausdruck gebracht, teilte das Ministerium mit.

Athen dementiert Befreiungsaktionen

Athen dementierte Presseberichte, wonach es eine Befreiungsaktion gegeben habe. Auch das italienische Außenministerium bestritt derartige Angaben. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, die Entführer hätten am Samstag mitgeteilt, die Geiseln als Antwort auf Befreiungsversuche von britischen und nigerianischen Spezialkräften umgebracht zu haben.

Auch die islamischen Staaten haben die Ermordung verurteilt. Der Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, erklärte am Montag, kriminelle Taten wie diese hätten nichts mit den friedlichen Werten des Islam zu tun. Er drängte die Behörden zu einer raschen Aufklärung des Verbrechens und sprach Nigeria die Solidarität der OIC bei der Bekämpfung extremistisch motivierter Gewalt aus.

kave/DPA / DPA