Simbabwe Geheimgespräche abgebrochen


In Simbabwe haben sich Opposition und Regierung nach den umstrittenen Wahlen zu Geheimgesprächen getroffen, wie der Präsidentschaftsgegenkandidat jetzt sagte. Sie seien aber trotz großer Fortschritte plötzlich abgebrochen worden.

Nach den umstrittenen Wahlen in Simbabwe hat es nach den Worten von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai Geheimgespräche mit der Partei von Präsident Robert Mugabe über eine Regierung der nationalen Einheit gegeben. Seine Partei MDC sei kurz vor einer Einigung mit Mugabes Zanu-PF gewesen, teilte Tsvangirai dem britischen Sender BBC mit. Allerdings seien die Gespräche nach einigen Tagen abgebrochen worden, als einige Angehörige der Führung des Landes "dies nicht hinnehmen wollten".

Nach Darstellung Tsvangirais seien die Gespräche bereits weit fortgeschritten gewesen. Unter anderem sei seine MDC bereit gewesen, Angehörigen der Regierungspartei und auch Präsident Mugabe Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung zu gewähren. "Wir waren auch bereit, eine Regierung zusammen mit Mitgliedern der Zanu-PF in Betracht zu ziehen", sagte Tsvangirai.

In dem Gespräch mit BBC widerrief Tsvangirai seine ursprüngliche Warnung vor einer Hexenjagd gegen Mugabe. Vielmehr deutete der Oppositionsführer an, er werde bei einer Machtübernahme ein Verfahren gegen Mugabe einleiten für dessen Versuche, "die Menschen einzuschüchtern", die bei den Wahlen gegen ihn gestimmt hatten.

Die Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 29. März sind bisher nicht veröffentlicht. Die Opposition sieht sich als Sieger der Abstimmung. Die Zanu-PF-Partei von Präsident Mugabe hat jedoch eine Neuauszählung der Ergebnisse in 23 der 210 Wahlkreise durchgesetzt. Sie hofft damit, einen zweiten Wahlgang zu erzwingen.

Tsvangirai lehnte eine weitere Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki ab. Stattdessen kontaktierte er am Vortag den sambischen Präsidenten Levy Mwanawasa, der zurzeit turnusmäßig den Vorsitz in der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) hat. Er bat Mwanwasa, "in einer außergewöhnlichen Situation eine besondere Initiative" zu ergreifen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker