HOME

Simbabwe: Oppositionsführer erneut verhaftet

Drei Wochen vor der Präsidenten-Stichwahl in Simbabwe kämpft Staatschef Robert Mugabe mit immer härteren Mitteln um seine Macht. Oppositionschef Morgan Tsvangirai wurde erneut vorübergehend festgenommen. Zudem dürfen internationale Helfer nicht mehr arbeiten - aus Angst vor ausländischem Einfluss.

Mit neuen Repressionen gegen die Opposition und gegen ausländische Hilfsorganisationen versucht Simbabwes Präsident Robert Mugabe, an der Macht zu bleiben. Nach Angaben der Oppositionspartei "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) wurde Oppositionsführer Morgan Tsvangirai am Freitag zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen vorübergehend festgenommen.

Ihr Parteichef sei bei einer Wahlkampfveranstaltung in dem Ort Umzimgwame mit 14 seiner Mitarbeiter verhaftet und zwei Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden, teilte die MDC mit. Gründe für die Festnahme seien nicht genannt worden.

Tsvangirai soll sich Ende des Monats einer Stichwahl mit Mugabe stellen, nachdem beide bei der Präsidentenwahl am 29. März offiziellen Angaben zufolge die absolute Mehrheit verfehlt hatten. Der Oppositionsführer war bereits am vergangenen Mittwoch wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten seiner Fahrzeugpapiere für mehrere Stunden festgesetzt worden.

Unterdessen hat die Regierung Mugabe allen ausländischen Hilfsorganisationen untersagt, ihre Arbeit fortzusetzen. Das Verbot begründete die simbabwische Regierung damit, dass sich die Hilfsorganisationen zugunsten der MDC in den Wahlkampf einmischen würden.

Die Maßnahme löste international Proteste aus. Die EU-Kommission forderte die sofortige Aufhebung des Verbots. Der zuständige EU-Kommissar Louis Michel erklärte in Brüssel: "Ich bin besorgt darüber, dass Hunderttausende von Menschen, deren Überleben von der Hilfe der EU-Kommission und anderer abhängig ist, nun einer noch unsichereren Zukunft entgegensehen." Die humanitären Helfer brauchten ungehinderten und gesicherten Zugang zu den Bedürftigen.

Auch das deutsche Hilfswerk World Vision zeigte sich besorgt über das Arbeitsverbot. Die Organisation versorgt nach eigenen Angaben knapp eine Millionen Simbabwer mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Saatgut. Außerdem beraten die Helfer die Einwohner bei der Viehhaltung sowie der Bewässerung von Feldern und klären über AIDS auf.

DPA / DPA