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Sipri-Rüstungsreport Atommächte modernisieren Raketen-Arsenale


Eine Welt ohne Atomwaffen liegt in weiter Ferne: Die Atommächte sollen 2012 ihre nuklearen Arsenale weiter modernisiert haben. Weltweit sind rund 4400 Atomwaffen betriebsbereit.

Die Atommächte haben ihre nuklearen Arsenale 2012 weiter modernisiert. Wie das #link;http://http://www.sipri.org/;Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri# am Montag in seinem neuen Jahrbuch angab, wurden im vergangenen Jahr knapp 2000 Sprengköpfe auf einer hohen Bereitschaftsstufe gehalten und waren damit quasi ständig einsatzbereit.

Alles in allem hielten die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Israel demnach 4400 Atomwaffen im betriebsbereiten Zustand. Das entsprach dem Vorjahresstand. Mit diversen entweder schon laufenden oder geplanten Programmen sollten atomare Sprengköpfe sowie deren Trägersysteme an Bord von Flugzeugen und U-Booten sowie landgestützte Raketen modernisiert werden.

Der zuständige Sipri-Experte Shannon Kile meinte: "Es hat weiter wenig Anlass zu der Hoffnung gegeben, dass die Atomwaffen-Staaten wirklich bereit wären, ihre nuklearen Arsenale aufzugeben."

Keine genauen Zahlen zu Israel, Indien und Pakistan

Weltweit gibt es nach Schätzungen des schwedischen Instituts 17.265 Sprengköpfe, die entweder einsatzbereit, eingelagert oder bereits zur Verschrottung vorgesehenen sind. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl um 1700 gesunken. Hauptgrund dafür ist laut Sipri die Umsetzung entsprechender Vereinbarungen zwischen den USA und Russland.

Schwierig seien Informationen über Nuklearwaffen in Israel, Indien und Pakistan zu beschaffen, hieß es weiter. Sipri schätzt die Zahl indischer Atomsprengköpfe auf 90 bis 110, die der pakistanischen auf 100 bis 120 und der israelischen auf 80.

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut hat vor der Unterzeichnung des UN-Abkommens zur Regulierung des Waffenhandels deutsche Rüstungsexporte kritisiert. Waffen würden zunehmend in Regionen exportiert, "wo fraglich ist, ob das wirklich der Sicherheit in der Welt dient", sagte Sipri-Direktor Tilman Brück am Montag im Deutschlandradio Kultur.

"Oft schaffen Waffen eher Unsicherheit, als dass sie Frieden schaffen", sagte Brück. Waffen blieben viele Jahre und Jahrzehnte einsatzbereit und würden dann oft nicht mehr von den Gruppen kontrolliert, an die sie ursprünglich geliefert worden seien.

Deutschland wollte am Montag bei den Vereinten Nationen in New York als einer der ersten Staaten einen Vertrag unterzeichnen, der weltweite Mindeststandards für den Handel mit konventionellen Waffen festschreiben soll. In der Weltstatistik der Staaten, die mit dem Export von Rüstungsgütern Geld verdienen, liegt die Bundesrepublik hinter den USA und Russland auf Platz drei.

kmi/DPA DPA

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