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Skandal: Der Dr. Seltsam Weißrusslands

Weißrusslands autoritärer Präsident Alexander Lukaschenko hat Deutschland die Verbreitung von Homosexualität und Drogen in seinem Land vorgeworfen und einen diplomatischen Skandal ausgelöst.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, brachte der weißrussische Geheimdienst auf ausdrücklichen Befehl des Präsidenten einen Bericht über einen 40 Jahre alten deutschen Diplomaten ins Fernsehen.

Reisen nach Weißrussland nicht zu empfehlen

Der Diplomat habe seinen ukrainischen Lebensgefährten als Hausangestellten mit nach Minsk gebracht. Der Ukrainer war im Juni wegen angeblichen Rauschgiftbesitzes festgenommen worden und sitzt seitdem in Haft. Deutschland habe seinen Diplomaten mittlerweile abgezogen, berichtete die Zeitung. Lukaschenko reagierte mit der Geheimdienstaktion auf eine Entscheidung der Europäischen Union (EU), vier seiner engen Vertrauten die Einreise zu verweigern.

Der stellvertretende politische Direktor im Auswärtigen Amt, Ulrich Brandenburg, sagte vergangene Woche in Minsk, Deutschland überlege angesichts der Drohungen, ob es deutschen Unternehmern Reisen nach Weißrussland empfehlen könne. Lukaschenko hat für den 17. Oktober ein Referendum für die Veränderung der Verfassung angesetzt, um über 2006 hinaus im Amt bleiben zu können.

DPA