Steinmeier bei Schwarzenegger Terminator auf Englisch


"Ich komme wieder." Leicht verkürzt wiederholte Arnold Schwarzenegger seinen Klassiker aus den "Terminator"-Filmen auch zu Frank-Walter Steinmeier, als der ihn nach Deutschland einlud: "Ich komme", sagte der Ex-Terminator. Gesprochen wurde in Kalifornien allerdings nur Englisch. Zumindest anfangs.

Ein Datum für seinen Besuch nannte Schwarzenegger am Donnerstag in Sacramento beim Gespräch mit dem Bundesaußenminister nicht. Hat er ja auch in den Filmen nicht getan, aber verlässlich war der Terminator immer gewesen.

Schwarzenegger kann es ja am 29. Oktober bei der EU-Konferenz in Lissabon präzisieren, zu der er auf jeden Fall kommen will. Mit den beiden Zusagen hat der Gouverneur von Kalifornien dem deutschen Außenminister dann doch noch zu einer Aufmerksamkeit verholfen, mit der er neben den neuen Klimaschutzvorschlägen von Kanzlerin Angela Merkel bestehen kann. Dabei hatte der Besuch des deutschen Ministers bei dem österreichstämmigen kalifornischen Gouverneur zwar in freundlicher Atmosphäre, aber unter eigentümlichen diplomatischen Vorzeichen angefangen.

Beide gaben Stellungnahmen vor der Presse in englischer Sprache ab. Es lag wohl daran, dass der Republikaner Schwarzenegger unter starkem Druck der Demokraten steht, die in beiden Kammern des Landesparlaments die Mehrheit haben. So nutzte der Landesvater die Situation zu einem energischen Appell an die Bevölkerung, auf die aktuelle Hitzewelle in Kalifornien angemessen zu reagieren. Die Bürger sollten die Klimaanlagen nicht auf Temperaturen unter 78 Grad Fahrenheit (etwa 25 Grad Celsius) einstellen. Auch das bedeutet zurzeit noch eine Kühlung um sieben, acht Grad. Sie sollten Großverbraucher um 19.00 Uhr abschalten, sich um Alte und Kinder kümmern und den Tieren genug zu trinken geben.

Ralf Möller schaute auch in Schwarzeneggers Büro vorbei

Die größte Gefahr bei den immer zahlreicher werdenden Feuersbrünsten sei, dass die Telefonverbindungen zerstört werden könnten und gegebenenfalls Hilfeleistungen erschwert werden könnten. Mit zunehmender Dauer der Unterredung wurde die Atmosphäre jedoch lockerer. Und als neben der Wirtschaftsdelegation dann auch noch Ralf Möller dazukam, begannen sich die Personen auch in ihrer Muttersprache zu unterhalten. Ralf Möller? Das ist ein Bodybuilder, Schauspieler und alter Kumpel Schwarzeneggers, der in dem Hollywood-Film "Gladiator" 2000 mitgespielt hat und in Deutschland unter anderem in Produktionen wie "Hai-Alarm auf Mallorca". Gerne wird er auch als Promotor für "Trimm-Dich"-Aktionen eingespannt. 1992 zog er nach Los Angeles, und am Donnerstag kam er eben auch in Schwarzeneggers Büro, um mit ein paar gesellschaftlichen Lockerungsübungen das Eis zu brechen.

Und so war Steinmeier sehr aufgeräumt, als er nach dem knapp einstündigen Gespräch wieder aus dem Büro kam und den Medienvertretern verkünden konnte, dass Schwarzenegger sich trotz drohender parteiinterner Fettnäpfchen vor die Sache des internationalen Klimaschutzes spannen lassen würde. Der Außenminister, der noch nie in Kalifornien war, wird am Ende seines Besuchs sicher auch sagen: "Ich komme wieder."

Thomas Rietig/AP AP

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