HOME

Streit um politisches Asyl: Assange kündigt Erklärung an

Patt im Tauziehen um Julian Asange. Zwar erhält der Wikileaks-Gründer Asyl in Ecuador, doch die Briten gewähren ihm kein freies Geleit dorthin. Für Sonntag kündigt der Australier eine Erklärung an.

Wikileaks-Gründer Julian Assange will nach seinem erfolgreichen Antrag auf Asyl am Sonntag vor die Öffentlichkeit treten. Das kündigte Wikileaks via Twitter an. Der 41 Jahre alte Australier werde "live" und "vor der Botschaft Ecuadors" ein Statement abgegeben, hieß es.

Unklar blieb, ob Assange, der sich seit acht Wochen in der Botschaft aufhält, tatsächlich persönlich vor das Gebäude tritt. Er würde damit riskieren, von der britischen Polizei festgenommen zu werden.

Großbritanniens Außenminister William Hague hatte am Donnerstag erklärt, Assange werde kein freies Geleit erhalten, um sein Asyl in Ecuador anzutreten. Assange soll wegen des Verdachts, Sexualdelikte verübt zu haben, nach Schweden ausgeliefert werden.

Underdessen hat Ecuador bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ein Treffen der Außenminister beantragt. Quito habe bei dem Dringlichkeitstreffen der OAS am Donnerstag (Ortszeit) Beratungen der Außenminister für den 23. August vorgeschlagen, sagte der Präsident des ständigen Rates der OAS, der Jamaikaner Stephen Vasciannie. Darüber solle noch am Freitag entschieden werden.

Anti-britische Demonstration in Ecuador

Ecuador hatte zuvor beschlossen, dem vor acht Wochen in seine Londoner Botschaft geflüchteten Australier Asyl zu gewähren. Assange solle damit vor Verfolgungsrisiken vor allem in den USA geschützt werden, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño in der Hauptstadt Quito.

In Quito versammelten sich am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) rund 50 Demonstranten vor der britischen Botschaft, um gegen die Regierung Großbritanniens zu protestieren. Polizisten riegelten das Botschaftsgebäude ab, um es vor den Demonstranten zu schützen, berichtete die Zeitung "El Comercio"

Assange hatte sich in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort werden Assange Sexualdelikte zur Last gelegt, die er bestreitet. Assange fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen von Wikileaks juristisch verfolgt zu werden. Seine Ausreise nach Ecuador will Assange notfalls vor dem Internationalen Gerichtshof erstreiten.

kng/DPA/AFP / DPA