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Krieg in Syrien: Weltberühmte Zitadelle von Aleppo schwer beschädigt

Sie gehört zum Unesco-Weltkulturerbe: die berühmte Zitadelle von Aleppo. Nun wurde das antike Bauwerk durch einen Explosion schwer beschädigt. Rebellen und Regierungstruppen bestreiten für die Explosion verantwortlich zu sein.

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Zitadelle von Aleppo hat durch eine Explosion schwere Schäden genommen

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Zitadelle von Aleppo hat durch eine Explosion schwere Schäden genommen

Bei einer Bombenexplosion ist die zum Weltkulturerbe gehörende weltberühmte Zitadelle im syrischen Aleppo beschädigt worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana stürzte eine Mauer der mittelalterlichen Zitadelle durch die Explosion in einem nahen Tunnel in der Nacht zum Sonntag ein. Sana machte "Terroristen" für die Explosion verantwortlich. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprengten hingegen Regierungssoldaten den Tunnel.

Zwar hätten Rebellen den Tunnel nahe der Zitadelle gegraben, erklärte die Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort erhält und deren Angaben von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen sind. Doch seien es Regierungstruppen gewesen, die den Tunnel gesprengt hätten, um zu verhindern, dass die Rebellen dadurch eine Armeestellung erreichten.

Zitadelle stammt aus dem 13. Jahrhundert

Rebellenkämpfer hatten in Aleppo, der einstigen Wirtschaftsmetropole Syriens, in der Vergangenheit häufiger Tunnel gesprengt, die sie unter militärische Ziele gegraben hatten. Im März hatte die islamistische Al-Nusra-Front bei einem Angriff auf eine Geheimdienstzentrale in der Stadt zunächst einen selbst gegrabenen Tunnel gesprengt und anschließend gegen Regierungstruppen gekämpft.

Die imposante Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert überragt Aleppos Altstadt und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Regierungssoldaten sind sowohl in Teilen der Altstadt von Aleppo als auch in der Zitadelle stationiert.

Rebellen in der Offensive

Die Regierung kontrolliert den Westen der Stadt, im Osten haben sich die Rebellen festgesetzt. Die Aufständischen führen nach Angaben der Beobachtungsstelle seit Monatsanfang eine Offensive, um den von Regierungstruppen gehaltenen Westen zu erobern.

Zunächst friedliche Proteste gegen die Regierung in Damaskus ab März 2011 schlugen in Syrien später in einen Gewaltkonflikt um. Schätzungen zufolge wurden seither mehr als 230.000 Menschen getötet, mehr als vier Millionen Menschen wurden nach UN-Angaben aus Syrien vertrieben.

amt / AFP