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Syrien Assad-Truppen rücken auf weitere Rebellenhochburg vor


Die syrische Armee setzt ihren Vormarsch im Nordwesten des Landes fort. Nach der Erstürmung von Dschis al Schogur haben die Truppen inzwischen eine weitere Rebellenhochburg im Visier. Der Flüchtlingsstrom in die Türkei reißt derweil nicht ab.

Nach der Niederschlagung von Protesten in der syrischen Stadt Dschisr al-Schogur rückt die Armee auf eine weitere Hochburg der Opposition im Norden vor. Flüchtlinge und Augenzeugen berichteten, das Militär habe die Ortschaft Ahtam erreicht und stehe damit etwa 14 Kilometer vor der Stadt Maarat al-Numan. Die Stadt liegt strategisch bedeutsam an der Fernstraße von der Hauptstadt Damaskus nach Aleppo. Flüchtlinge berichteten, die Truppen hätten auf ihrem Vormarsch Hunderte Menschen in kleineren Dörfern entlang des Weges zusammengetrieben.

In Maarat al-Numaan waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Menschen auf die Straßen gezogen, um gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad zu protestieren.

Flüchtlingsstrom wird immer größer

Seit Beginn der Proteste in Syrien vor drei Monaten sind nach Angaben von syrischen Menschenrechtsgruppen 1300 Zivilisten und 300 Soldaten getötet worden. Die jüngste Offensive startete das Militär, nachdem in der Proteststadt Dschisr al-Schogur 120 Soldaten getötet worden waren. Einwohnern zufolge kam es zu einer Meuterei unter den Truppen, weil einige Soldaten nicht auf demonstrierende Regierungsgegner schießen wollten. Die Führung in Damaskus machte dagegen bewaffnete Banden für den Tod der Soldaten verantwortlich und entsandte neue Truppen.

Wegen des Militäreinsatzes sind mittlerweile knapp 7000 Syrer in die Türkei geflüchtet. Nach Berichten von Augenzeugen harren zudem etwa 10.000 weitere Flüchtlinge nahe der Grenze aus. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond bereitet nach UN-Angaben ein viertes Flüchtlingslager mit Platz für 2500 weitere Menschen vor. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die syrische Führung erneut auf, Mitarbeiter des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ins Land zu lassen. Die Lage sei "sehr besorgniserregend".

Diplomatische Bemühungen treten auf der Stelle

Die Bemühungen um eine einheitliche Linie der internationalen Gemeinschaft in der Syrien-Krise kamen unterdessen nicht voran. In New York versuchte die französische UN-Delegation die Unterstützung weiterer Sicherheitsratsmitglieder für einen Resolutionsentwurf zu gewinnen, die das Regime von Assad wegen des brutalen Vorgehens verurteilt. Brasilien, Indien und Südafrika haben allerdings Bedenken gegen den Text geltend gemacht, den Großbritannien, Frankreich, Portugal und Deutschland vorgelegt haben. Russland und China erwägen sogar ein Veto einzulegen, sollte der Entwurf zur Abstimmung gestellt werden.

Der Iran - engster Verbündeter Assads - machte die USA und Israel für die Spannungen in Syrien verantwortlich. Sie würden terroristische Gruppen anstacheln, um die Lage zu destabilisieren, erklärte das Außenministerium in Teheran.

kng/Reuters/DPA DPA Reuters

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