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Syrien: Expertenbericht belegt Chemiewaffeneinsatz

Laut einem UN-Diplomaten soll der Bericht auch Hinweise darauf liefern, welche Partei für den Angriff verantwortlich ist. Anzeichen für einen Chemiewaffeneinsatz seien laut Ban "überwältigend".

UN-Inspektoren hatten in den vergangenen Wochen in Syrien Proben genommen, um Vorwürfen des Einsatzes von Giftgas gegen die Bevölkerung nachzugehen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon präsentiert den Expertenbericht zum möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien am Montagvormittag im Sicherheitsrat. Die Inspekteure hatten aber kein Mandat, um zu klären, wer für die Angriffe verantwortlich ist.

Ein UN-Diplomat, der anonym bleiben wollte, deutete indes an, dass die Details des Berichts Hinweise auf die Verantwortlichen geben würden. "Wer den Bericht liest, wird erahnen können, wer (den Angriff) ausgeführt hat", sagte er. Der Expertenbericht gilt als wichtig für die weiteren Beratungen des UN-Gremiums über den Syrien-Konflikt. Bereits am Freitag hatte Ban vor Journalisten gesagt, dass die UN-Inspektoren "überwältigende" Beweise für einen Giftgasangriff gefunden haben.

Syrien muss Chemiewaffenbestände zügig offenlegen

Vor allem die USA und ihre Verbündeten machen die syrische Regierung unter Machthaber Baschar al-Assad für den Einsatz von Chemiewaffen verantwortlich. Bei einem der vermuteten Angriffe sollen am 21. August nahe der Hauptstadt Damaskus mehr als 1400 Menschen getötet worden sein.

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten am Samstag in Genf vereinbart, dass Syriens Führung binnen einer Woche ihre Chemiewaffenbestände offenlegen soll. Bis Mitte 2014 sollen alle Giftgasbestände vernichtet werden.

amt/AFP / AFP