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Bericht von Experten-Kommittee Nordkorea sollte wieder auf Terrorliste gesetzt werden


Laut einem Expertenbericht nutzt Nordkorea terroristische Angriffe um Druck auf das Ausland auszuüben. Die USA sollten den kommunistischen Staat deshalb wieder auf ihre Terrorliste setzen.

Eine Expertengruppe empfiehlt den USA, Nordkorea wieder auf die Liste der Terrorunterstützerstaaten zu setzen. Nordkorea habe in den vergangenen Jahren "zunehmend Terrorismus als Mittel der staatlichen Politik" genutzt, heißt es in einem Bericht, den das in den USA ansässige Komitee für Menschenrechte in Nordkorea am Montag veröffentlichte. Auch die "materielle Unterstützung für ausgewiesene Terrororganisationen" sei offenbar verstärkt worden. Dieses Vorgehen sei für nordkoreanische Menschenrechtsaktivisten und Dissidenten im Exil eine besondere Gefahr.

Die USA hatten Nordkorea 2008 von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen, um Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm zu bringen. Momentan stehen Iran, Sudan, Syrien und Kuba auf der Liste. Havanna soll nach der jüngsten Aussöhnungsoffensive zwischen beiden Staaten aber auf Wunsch von US-Präsident Barack Obama von der Liste genommen werden.

In dem Bericht listet der Nordkorea-Experte Joshua Stanton mehrere Beispiele für "Terrorunterstützung" durch Nordkorea auf. 2009 seien etwa mehrere Schiffe mit nordkoreanischen Waffenlieferungen gestoppt worden. Die Waffen seien vermutlich für Gruppen wie die radikalislamische Hamas und die Hisbollah bestimmt gewesen, die vom Iran unterstützt würden.

Überlegungen seit Angriff auf Sony Pictures

Die US-Regierung hatte bereits vor der Veröffentlichung des Berichts erwogen, Nordkorea wieder auf die Liste der Terrorunterstützerstaaten zu setzen. Ein solcher Schritt werde geprüft, sagte Obama bereits im Dezember nach der Hacker-Attacke auf die Produktionsfirma Sony Pictures im Zusammenhang mit der umstrittenen Nordkorea-Satire "The Interview".

Sony war im November von Hackern angegriffen worden, persönliche Daten von 47.000 Mitarbeitern sowie von Dritten, darunter einige Stars, wurden veröffentlicht. Auch Informationen über die Konzernfinanzen, Drehbücher und fünf Filmproduktionen wurden verbreitet. Die Hacker forderten Sony Pictures auf, seinen Film "The Interview" nicht zu veröffentlichen. In dem Streifen geht es um ein fiktives CIA-Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Das Weiße Haus warf Nordkorea vor, hinter der Cyber-Attacke zu stehen.

ono/AFP AFP

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