Syrien Innenminister begeht Selbstmord

Der ehemalige Chef des syrischen Geheimdienstes und jetzige Innenminister des Landes, Ghasi Kanaan, hat sich erschossen.

Der syrische Innenminister Ghasi Kanaan hat am Mittwoch in seinem Büro in Damaskus Selbstmord begangen. Das meldete die syrische Nachrichtenagentur Sana. Aus Sicherheitskreisen hieß es, er habe sich mit seiner Pistole erschossen und sei sofort tot gewesen.

Einige Stunden vor seinem Tod hatte Kanaan einem libanesischen Radiosender noch ein Interview gegeben, in dem er Gerüchte bestritt, er hätte Bestechungsgelder angenommen. "Ich denke, das könnte das letzte Statement sein, das ich gebe", sagte Kanaan am Ende des Telefoninterviews.

Beteiligung an Mordfall Hariri?

Kanaan war von dem deutschen Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis im September zum Mord an dem libanesischen Ex-Regierungschef Rafik Hariri befragt worden. Kanaan war früher Chef des syrischen Geheimdienstes in Libanon gewesen.

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" schreibt in ihrer Ausgabe unter Berufung auf westliche Diplomaten, Mehlis werde in seinem Bericht über den Mordfall Hariri, den er demnächst den Vereinten Nationen vorlegen soll, neben den bereits inhaftierten libanesischen Ex-Geheimdienstchefs auch Angehörige des syrischen Sicherheitsapparates als mögliche Tatverdächtige benennen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

DPA DPA

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