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Vor 100 Jahren: Scapa Flow – der Selbstmord der deutschen Kriegsmarine

Ohne einen Schuss abzugeben, versank der Stolz des Kaiserreiches. 52 deutsche Schiffe gingen unter. Ihre Besatzungen hatten ein letztes Mal die Flagge des Kaisers gehisst, bevor sie ihre eigenen Schiffe fluteten und in die Tiefe schickten.

Sinkendes deutsches Torpedoboot in Scapa Flow.

Sinkendes deutsches Torpedoboot in Scapa Flow.

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Heute vor 100 Jahren versenkte sich die deutsche Kriegsmarine, 52 deutsche Schiffe sanken in der Bucht von Scapa Flow, ohne dass ein Schuss zu hören waren. Der einzige Laut der sterbenden Kampfschiffe war das Gurgeln und Schmatzen des eindringenden Wassers, das Reißen von Metall und der Knall, mit dem die Ankerketten nachgaben.

Wie konnte es dazu kommen? Vor dem Ersten Weltkrieg blickte Deutschland mit Stolz auf die Marine. Der Aufbau der Hochseeflotte lag dem Kaiser und den patriotischen Deutschen besonders am Herzen. Eine mächtige Kriegsmarine sollte dem Reich auf der ganzen Welt den ersehnten "Platz an der Sonne" sichern.

Erster Weltkrieg: Scapa Flow - der Tag, an dem die deutsche Hochseeflotte versank
Gestrandete deutsche Torpedoboote.

Gestrandete deutsche Torpedoboote.

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Keine Rolle im Krieg

Doch als der Krieg 1914 begann, stellte sich schnell heraus, dass er am Boden entschieden wurde. In einem schnellen Vorstoß wollten die Deutschen Paris besiegen – dazu wurde die Flotte nicht benötigt. Als sich die Fronten in einem endlosen Grabenkrieg festgefahren hatten, sollte die Hochseeflotte versuchen, die Meere zu beherrschen und so den Krieg zu entscheiden.

Am Skagerrak kam es vom 31. Mai 1916 bis zum 1. Juni 1916 zur einzigen großen Seeschlacht des Krieges. Nach ersten schweren Verlusten der Briten fuhr die deutsche Schlachtlinie geradewegs in eine Falle. Mit einem kühnen Manöver rettete Admiral Scheer seine Schiffe und brach die Schlacht ab. Von den Verlusten her betrachtet, endete die Schlacht mit einem "Unentschieden". Strategisch war es ein Sieg der Briten. Die Deutschen konnten nicht aus ihren Häfen ausbrechen und forderten die Royal Navy nie wieder heraus.

Während Millionen von Infanteristen von Granaten zerfetzt wurden und am Giftgas erstickten, verbrachte die Flotte den Krieg im Wesentlichen in den sicheren Häfen. Als der Krieg rettungslos verloren war, wollten einige Offiziere zu einem selbstmörderischen Angriff auflaufen – doch die Matrosen folgten ihnen nicht mehr. Die Revolution brach aus und das Kaiserreich fiel in sich zusammen.

Ausgeliefert an die Alliierten

Die Übergabe der deutschen Hochseeflotte an die Alliierten war eine der Bedingungen des Waffenstillstands, der den Ersten Weltkrieg im November 1918 beendete. 70 deutsche Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer unter dem Kommando von Konteradmiral Ludwig von Reuter trafen am 21. November an der schottischen Küste vor dem Firth of Forth ein, um die Flotte dem britischen Admiral Sir David Beatty zu unterstellen. Die Übergabe verlief friedlich und Beatty schrieb nicht ohne Ironie an seine Frau: "Nun, Pansy, wir haben endlich die Hochseeflotte getroffen." Die Hochseeflotte, die jahrelang die Begegnung mit Beattys Schiffen vermieden hatte.

Die Alliierten waren uneins, was mit den deutschen Schiffen geschehen sollte, also wurden sie in den großen Naturhafen Scapa Flow der Orkneyinseln gebracht, um dort interniert zu werden. Es trafen noch weitere Schiffe ein, schließlich waren es 74 mit rund 20.000 deutschen Seeleuten. Die meisten Seeleute kehrten nach Deutschland zurück, nur eine Notbesatzung blieb. "Die Schiffe wurden nicht wirklich übergeben und darum gab es keine britischen Truppen an Bord, um zu verhindern, dass sie versenkt wurden", sagte Tom Muir vom Orkney Museum gegenüber BBC Radio. "Sie waren Eigentum der deutschen Regierung und blieben das während ihrer gesamten Zeit hier."

Selbstversenkung um die Ehre der Marine zu retten

Am 23. Juni wollten die Briten die deutsche Flotte übernehmen, doch schon am 17. Juni bereitete sich von Reuter darauf vor, seine Flotte zu versenken. Er erwartete, dass seine Schiffe von der Royal Navy geentert und beschlagnahmt würden. Der Konteradmiral glaubte, so etwas nicht zulassen zu dürfen. Paul Schell war Matrose auf dem Torpedoboot G 102. Er erinnerte sich in einem Radiointerview: "Ich war auf G 102 – also Germania 102. Und man wusste ja schon einige Tage vorher, man hat so Fühlung bekommen mit den paar Offizieren, die noch da waren, und man war sich dann auch einig, dass die Schiffe zu einem bestimmten Moment versenkt werden."

Muir vom Orkney Museum sagte: "Von Reuter hatte bereits Briefe an die Kommandanten der Schiffe geschickt, in denen er ihnen mitteilte, dass er plane, die Flotte auf sein Signal hin versenken zu lassen. Ironischerweise waren es britische Boote, die diese Briefe zu den Offizieren auf den anderen Schiffen transportierten."

Am 21. Juni 1919 gab von Reuter den Befehl zur Selbstversenkung, nachdem die meisten britischen Schiffe den Hafen für eine Übung verlassen hatten. Um 10:30 Uhr signalisierte das Flaggschiff Emden die Botschaft - "Absatz Elf; bestätigen". Das war das Signal, das den Männern befahl, ihre eigenen Schiffe zu versenken. Reuters Schiffe hissten noch einmal die deutsche Flagge, das war ihnen in der Internierung untersagt. Seeventile, Bullaugen, wasserdichte Türen, Luken und Torpedorohre wurden geöffnet. Die Schiffe wurden absichtlich von einer Seite überflutet, sodass sie sich umdrehen und kopfüber sinken würden. Die Deutschen glaubten, dass es dadurch schwerer würde, die Schiffe zu retten.

Paul Schell erinnerte sich: "Wo die Flagge gehisst worden ist, dann ging die Versenkung natürlich los. Und jeder musste natürlich seine Ventile aufdrehen, ne, und sehen dass er rauskommt aus dem Schiff, ne, und die kleinen Boote, die Rettungsboote, da hat man sich natürlich reingesetzt und hat versucht, so lang über Wasser zu bleiben, bis irgendetwas vor sich geht.“ Die restlichen 2000 Mann gingen in die Boote.

Schüsse auf die deutschen Matrosen

Die einzigen zivilen Zeugen des Untergangs der deutschen Flotte waren Schulkinder aus Stromness, die auf einer Reise waren. Der 15-jährige James Taylor, schrieb: "Plötzlich und ohne Vorwarnung bekamen diese riesigen Schiffe Schlagseite, manche tauchten kopfüber ein, ihr Heck hob sich und wies himmelwärts. Ein dumpfes Reißen der Ankerketten verstärkte den Lärm, während die großen Leiber unter grauenhaft saugenden und klickernden Lauten untergingen."

Ein anderer Schüler, der 12-jährige Leslie Thorpe, beobachtet, wie die Briten mit einem Maschinengewehr auf ein deutsches Boot voller fliehender Soldaten schießen. "Den Männern wurde befohlen, das Feuer auf die wehrlosen deutschen Matrosen zu eröffnen," so Muir zur BBC. Neun Deutsche wurden getötet und 16 verletzt. Es waren die letzten Toten des Ersten Weltkrieges.

Die Hindenburg, der größte deutsche Schlachtkreuzer, war das letzte Schiff, das unterging. 52 deutsche Schiffe sanken, von einigen waren die Aufbauten noch zu sehen. In den 1920er Jahren kaufte der Schrotthändler Ernest Cox zwei versunkene Schlachtkreuzer und 26 Zerstörer und begann die Schiffe zu heben, um das Metall zu verwerten. Später kaufte er weitere Schiffe hinzu, mehr als 30 Schiffe verschwanden auf diese Weise. Ein unrühmliches Ende für die einst stolzen Schiffe.

Quellen: Deutschlandfunk, BBC

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(