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Syrien-Sondervermittler Brahimi gibt auf: UN-Gesandter entschuldigt sich beim syrischen Volk

Rücktrittserklärung nach zwei Jahren: Der UN-Sondervermittler in Syrien, Lakhdar Brahimi, räumte ein, dass er kaum etwas ausrichten konnte - und bat das syrische Volk um Verzeihung.

Zwei Jahre nach Kofi Annan als Sondervermittler für Syrien erklärte am Dienstag in New York seinen Rücktritt zum 31. Mai. Der 80-Jährige entschuldigte sich zugleich beim syrischen Volk.

"Ich bitte Sie um Verzeihung, dass wir Ihnen nicht so geholfen haben, wie es notwendig war und Sie es verdient haben", sagte der Algerier nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. "Die Tragödie in Ihrem Land muss beendet werden. Sie haben bisher bemerkenswerte Leidensfähigkeit und Würde bewiesen. Wir wissen, dass die überwältigende Mehrheit Frieden und Stabilität will. Und natürlich auch ihre Rechte."

Brahimi rief den von Russland und China blockierten Sicherheitsrat erneut zum Handeln auf. "Ich bin sicher, dass die Krise enden wird", sagte er. "Die Frage ist, wie viele Menschen bis dahin noch sterben werden und wie viel Zerstörung es noch geben wird." Der Bürgerkrieg hat seit März 2011 mindestens 150 000 Menschen das Leben gekostet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, dass er mit großem Bedauern den Rücktritt von Brahimi akzeptiert habe. "Er hat sich bemüht, den brutalen und immer schlimmer werdenden Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. Er sah sich einer fast unlösbaren Aufgabe gegenüber." Dabei habe Brahimi mit großer Geduld und Geschick gearbeitet. Ban räumte aber ein, dass "nur sehr kleine Fortschritte" zu verzeichnen waren.

"Beiden Seiten, der Regierung und der Opposition, muss ich mit Bedauern sagen, dass sie versagt haben. Es ist ihr Land und ihr Volk." Alle müssten an die Zukunft ihres Landes denken, sagte Ban.

fme/DPA / DPA