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Ein Bündnis und seine Geschichte Wie Russland und Syrien enge Freunde wurden


Auf Baschar al Assad lässt Wladimir Putin nichts kommen. Trotz der harschen Kritik am syrischen Machthaber will der russische Präsident seinen Verbündeten retten. Warum? Beide Länder verbindet eine 65-jährige Freundschaft.

Wenn es überhaupt noch einen Zweifel daran gegeben hätte, dass Russland mit seiner Waffenlieferung an Syrien dem Machthaber Baschar al Assad zur Hilfe eilen wollte, dann hat sie der russische Präsident nun endgültig selbst ausgeräumt. In einem Interview mit dem US-Sender CBS sagte Wladimir Putin auf die Frage, ob er mit der Militärpräsenz Assad retten wolle mit dem lapidaren Satz: "Da haben Sie recht." Die russisch-syrische Freundschaft ist weiterhin unverbrüchlich - trotz Hunderttausender Tote, deren größter Teil auf das Konto des Assad-Regimes geht.

Putsch der Sozialisten

Seit Jahrzehnten ist die Unterstützung Moskaus für die syrische Führung eine Konstante der internationalen Diplomatie. Genauer gesagt: seit 1950, als sich beide Länder zusicherten, gegeneinander keinen Krieg führen zu wollen. Der junge Staat Syrien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Frankreich unabhängig geworden, und noch reichlich instabil, war für die damalige Sowjetunion aus mehreren Gründen interessant. Schon das alte Russland hatte versucht, seinen Einflussbereich auf die Region auszudehnen, mit dem Pakt erhielt Russland nun direkten Zugang zum Mittelmeer, und für die Syrer gab es vom neuen, großen Bruder Militäraufbauhilfe. Nach dem Putsch der Baath-Partei 1963 kam in Syrien eine sozialistische Partei an die Macht, für die die UdSSR ohnehin ein natürlicher Verbündeter war.

1991 war die Liebe erloschen

In den folgenden Jahren versuchte der frühere Staatschef Hafis al Assad, Vater des jetzigen Herrschers Baschar, zwar möglichst unabhängig zu bleiben, was wegen der strategischen Lage des Landes aber so gut wie unmöglich war. Assad musste sich entscheiden und verstärkte deshalb die Kooperation mit der Sowjetunion. 1985 aber kühlten die Beziehung deutlich ab. Grund war der neue starke Mann im Kreml, Michael Gorbatschow, der andere Schwerpunkte in der Außenpolitik setzte. 1991, nach dem Ende der UdSSR war die Liebe zwischen den Staaten vollends abgekühlt.

Putin erlässt Schulden in Milliardenhöhe

Das änderte sich erst wieder als Wladimir Putin 1999 zum russischen Präsidenten gewählt wurde und im fernen Damaskus ein Jahr später Assads Sohn Baschar die Macht übernahm. Putin, wie in so vielem bestrebt, die Macht und Einfluss der alten Sowjetunion zu restaurieren, begann, das alte Bündnis wiederzubeleben – unter anderem erließ er Syrien rund zehn Milliarden US-Dollar an Schulden. Der Großteil der Verbindlichkeiten, die das arabische Land im Laufe der Zeit in Moskau angehäuft hatte.
 


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