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Terror: Mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder im Irak festgenommen

Die US-Truppen im Irak haben bis zu 20 mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes El Kaida festgenommen. Zuvor waren durch Sprengsätze in Bagdad und in Basra Iraker Menschen verletzt und teilweise getötet worden.

Die US-Truppen im Irak haben bis zu 20 mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes El Kaida festgenommen. Das sagte der Kommandeur der US-Streitkräfte im Irak, General Ricardo Sanchez, am Dienstag in Bagdad. "Wir waren nicht im Stande, definitiv festzustellen, ob es El-Kaida-Mitglieder sind", fügte er allerdings hinzu. Ideologie, Ausbildung und Finanzierung der Verhafteten würden eine Verbindung zur internationalen Terrorszene nahe legen.

Vier Iraker bei Bombenexplosion getötet

In der südirakischen Stadt Basra wurden am Dienstag bei der Explosion eines Sprengsatzes vier Iraker getötet und neun weitere Menschen verletzt. Unter den Opfern waren nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira zwei irakische Polizisten. Vor einem Gerichtsgebäude in Bagdad explodierte ein weiterer Sprengsatz. Dabei seien neun Menschen verletzt worden, darunter ebenfalls zwei irakische Polizisten und ein US-Soldat, berichteten Augenzeugen der dpa.

US-Kommandeur Sanchez rechnet mit vermehrten Angriffen irakischer Aufständischer gegen seine Truppe. "Es ist unvermeidlich, dass wir uns in Zukunft auf mehr Attacken einstellen müssen", sagte Sanchez. Der General sprach von derzeit 30 bis 35 "Feindbegegnungen" pro Tag, was einem Anstieg auf fast das Dreifache gegenüber dem Sommer darstellt. Zugleich gab sich Sanchez zuversichtlich, dass das US- Militär das Problem "mit der Zeit" in den Griff bekommen und die Aktionen der Aufständischen "auf ein minimales Niveau" reduzieren werde.

Irakischer Bürgermeister von US-Soldat erschossen

Die Tötung des von der US-Verwaltung eingesetzten Bürgermeisters der Bagdader Vorstadt Sadr-City bezeichnete Sanchez als einen "äußerst unglücklichen Zwischenfall". Bürgermeister Muhaned el Kaadi war am Montag von einem US-Wachsoldaten erschossen worden, nachdem dieser ihm aus Sicherheitsgründen verwehrt hatte, seinen Dienstwagen in den Hof des Bürgermeisteramts zu fahren. Sanchez sagte, der Politiker habe dem Wachsoldaten die Waffe entwenden wollen.

Die US-Streitkräfte vermeldeten unterdessen weitere Waffenfunde. Ein Iraker habe am Montag US-Soldaten zu einem riesigen Waffenlager in Kirkuk geführt. Es umfasste 5000 Artilleriegranaten, 1500 Mörsergranaten und 330 Raketen. In Bedschi, Balad und Tikrit, allesamt Orte im so genannten sunnitischen Dreieck, stellten US- Truppen seit Sonntag weitere 1500 Artilleriegranaten und 950 Raketen sicher.

20.000 Iraker wurden im Krieg getötet

Der Krieg im Irak hat nach Schätzungen einer Ärzte-Vereinigung insgesamt weit mehr als 20 000 Iraker das Leben gekostet. Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) beklagten, dass die Zahl der Opfer seit Kriegsende kontinuierlich steige und die Gesundheitslage der irakischen Bevölkerung sich weiter verschlechtere.

Laut einer in London vorgelegten Studie kamen während des Krieges zwischen 7800 und 9600 irakische Zivilisten ums Leben. Die meisten Opfer habe der Krieg unter den irakischen Soldaten gefordert, von denen während der Kampfhandlungen zwischen 13 500 und 45 000 gefallen seien. Die genaue Zahl werde wahrscheinlich nie bekannt werden, weil es keine zuverlässigen Angaben dazu gebe, hieß es in der IPPNW- Studie.

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