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Terrorismus: Al-Kaida-Anführer in Pakistan gefasst

Einer der weltweit meistgesuchten mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen ist in Pakistan festgenommen worden: Ahmed Khalfan Ghailani soll Drahtzieher bei den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania gewesen sein.

Einer der weltweit meistgesuchten mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen, der aus Tansania stammende Ahmed Khalfan Ghailani, ist in Pakistan gefasst worden. Der vermutlich 30-jährige Afrikaner wurde am Sonntag nach einem zwölfstündigen Feuergefecht in der Stadt Gujrat im Osten des Landes festgenommen, wie Innenminister Faisal Saleh Hayyat am Freitag der Nachrichtenagentur AP sagte. Auch ein US-Beamter bestätigte die Festnahme.

25 Millionen Dollar für Ghalilanis Ergreifung

Ghalilani steht auf der FBI-Liste der 22 meistgesuchten Terrorverdächtigen und wird verdächtigt, eine Schlüsselrolle bei den Terroranschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania gespielt zu haben. Dabei waren im August 1998 zusammen mehr als 200 Menschen getötet worden. Die Regierung in Washington hatte auf seine Ergreifung eine Belohnung von maximal 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Mit Ghailani wurden nach Angaben von Hayyat mindestens 15 weitere Personen festgenommen, darunter mehrere andere Afrikaner sowie Ghailanis usbekische Frau und Kinder des Terrorverdächtigen. Der Innenminister sagte, Ghailani verhalte sich während der Vernehmungen kooperativ und habe bereits „sehr wertvolle“ Informationen preisgegeben. Hayyat deutete an, dass der Verdächtige schon bald an die USA ausgeliefert werden könnte.

Längerer Aufenthalt in Pakistan

Nach Angaben Hayats hat Ghailani offenbar bereits einige Zeit in Pakistan gelebt; es sei aber unklar, ob er dort konkrete Terroraktionen geplant habe. Nach Angaben aus Behördenkreisen wollte er offenbar mit gefälschten Reisepapieren das Land verlassen.

Bei seiner Festnahme wurden auch zwei Kalaschnikow-Maschinengewehre, Chemikalien, zwei Computer, Disketten und eine große Menge ausländisches Bargeld sichergestellt. Den entscheidenden Tipp bekam die Polizei von einem mutmaßlichen Islamisten aus Pakistan, der zuvor bei einer anderen Polizeiaktion in der östlichen Punjab-Region verhaftet worden war.

Ghailani droht in den USA die Todesstrafe

Erst im Mai hatte die US-Bundespolizei FBI eine Fahndungsliste mit sieben mutmaßlichen islamistischen Terroristen herausgegeben, auf der auch Ghailani stand. Die Verdächtigen wurden im Zusammenhang mit möglichen Terrorplanungen in den USA in diesem Sommer gesucht.

Ghailani ist in New York wegen mehrfachen Mordes angeklagt; im Falle einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

AP / AP