Thabo Mbeki Südafrikas Präsident kündigt Rücktritt an


Südafrikas Präsident Thabo Mbeki will zurücktreten. Er folgt damit dem Votum seiner Partei, die ihn zum Amtsverzicht aufgefordert hatte. Mit dem Rücktritt Mbekis ist der monatelange Machtkampf mit ANC-Chef Jacob Zuma entschieden.

Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hat seinen baldigen Rücktritt angekündigt. Er folge damit einer Aufforderung seiner Partei ANC, erklärte Mbeki am Samstag in Johannesburg. Er werde sein Amt niederlegen, sobald dafür alle notwendigen Voraussetzungen gemäß der Verfassung erfüllt seien.

Zuvor hatte ANC-Generalsekretär Gwede Mantashe bekanntgegeben, der Vorstand der einstigen Widerstandsorganisation gegen die Apartheid habe entschieden, den Präsidenten noch vor dem Auslaufen seiner Amtszeit abzuberufen. Mbeki habe zugestimmt, sich diesem Prozess nicht entgegen zu stellen, sondern mit dem Vorstand zu kooperieren. Seine Amtszeit hätten noch bis April 2009 dauern sollen.

Dem Vernehmen nach soll das Parlament in den nächsten Tagen zusammentreten, um die Einzelheiten des Wechsels an der Staats- und Regierungsspitze formell einzuleiten. Es wird vermutet, dass der Parlamentspräsident als Übergangsstaatschef eingesetzt wird und Mbekis langjähriger Rivale Jacob Zuma das Amt vorerst noch nicht übernimmt.

Dennoch hat Mbeki nun seinen innerparteilichen Machtkampf gegen Zuma endgültig verloren. An diesen musste er im Dezember bereits den ANC-Vorsitz abtreten. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Johannesburg zudem eine Korruptionsklage gegen Zuma abgewiesen. Mbeki wurde vorgeworfen, das Verfahren gegen seinen beliebten Rivalen forciert zu haben. Dadurch geriet der Präsident innerhalb des ANC weiter unter Druck.

Mbeki wurde 1999 Nachfolger von Präsident Nelson Mandela. Er übernahm zahlreiche Vermittlungsmissionen in Afrika, zum Beispiel im Sudan, in der Elfenbeinküste, im Kongo und zuletzt in Simbabwe. Seine Kritiker werfen ihm vor, die ausufernde Verbrechensrate in Südafrika und die Aids-Epidemie nicht entschlossen genug zu bekämpfen.

AP/Reuters AP Reuters

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