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Armut in Afrika: "Unsere Politiker haben versagt"

Durch die Fußball-WM steht Südafrika unter besonderer Beobachtung. Im stern.de-Interview erklärt Moeletsi Mbeki, der Bruder des Ex-Präsidenten, wo die Probleme liegen und was ehemalige Kolonien in Asien besser gemacht haben als manch afrikanisches Land.

Herr Mbeki, Sie behaupten, Afrikas Politiker seien selbst verantwortlich für den desolaten Zustand des Kontinents.
Ohne Zweifel, leider. Viele Länder Afrikas sind jetzt seit über 50 Jahren unabhängig. Es gab genügend Zeit, die Probleme aus der Kolonialzeit zu lösen. Unsere Politiker haben versagt.

Und die Politik der Industriestaaten?
Natürlich ist manches in der aktuellen Wirtschaftsordnung ungerecht. Aber vergleichen sie doch einmal die Länder Asiens und Afrikas. Beide waren arm und hatten mit dem Erbe des Kolonialismus zu kämpfen. Viele Länder Afrikas standen bei der Unabhängigkeit sogar besser da als die asiatischen. Und heute? Malaysia oder Südkorea sind hoch entwickelte Staaten geworden. In Afrika ist das Lebensniveau dagegen gesunken.

Warum?
Das Problem ist die Einstellung unserer Politiker. Sie sind nur auf ihren Reichtum und Konsum fixiert. Ihr Vorbild ist der europäische Kolonialist von einst mit seinem opulenten Lebensstil. Asiens Führer haben sich dagegen darauf konzentriert, ihre Gesellschaften produktiver zu machen. Sie kümmerten sich um Schulen, Universitäten und eine bessere medizinische Versorgung. Vor allem aber förderten sie den Unternehmergeist. Hier in Afrika passiert das Gegenteil. Die Elite verwendet alle Kraft auf ihren Konsum und in den Ausbau der Staatsmacht, die sie beschützen soll.

Woher kommt dieses mangelnde Verantwortungsgefühl?
Die Eliten sind in Afrika und Asien sehr unterschiedlich. Die führenden Politiker Asiens nach der Unabhängigkeit kamen aus Familien, die schon vor der Kolonialisierung die Macht hatten. Sie orientierten sich an den traditionellen Werten Asiens. Außerdem hatten die asiatischen Führer mit zwei großen Herausforderungen zu kämpfen: Dem Kommunismus und einem extremen Bevölkerungsdruck. Schon deswegen mussten sie ihre Staaten fit machen. Afrika dagegen war unterbevölkert und die kommunistischen Gruppen waren lange nicht so bedrohlich. Unsere Führer kopierten einfach die Ausbeutungsmentalität ihrer einstigen Unterdrücker.

Würde es denn helfen, die Entwicklungshilfe abzuschaffen? Die nährt doch viele Despoten.
Die Hilfe ist nicht das Hauptproblem, sondern das extreme Ungleichgewicht zwischen der Macht der Eliten und dem Rest der Bevölkerung. Eine sinnvolle Entwicklungshilfe versucht das auszugleichen.

In Afrika selbst gibt es große Unterschiede. Botswana ist der gefeierte Wirtschaftsstar, der Nachbar Simbabwe kaputt gewirtschaftet - obwohl sie ähnliche Startchancen hatten.
Auch das hängt mit der Kultur der Eliten zusammen. Die Führer Botswanas stammen aus der alten Aristokratie. Sie sind gewohnt, Verantwortung für das Land und die Menschen zu haben. In Simbabwe regiert unter Robert Mugabe eine Clique von Neureichen ohne Pflichtgefühl. Wie übrigens teilweise auch in Südafrika. Hier hat sich nach der letzten Wahl jeder Minister erst einmal einen schicken BMW auf Staatskosten gekauft.

Warum üben denn die Nachbarn keinen Druck auf Mugabe aus?
Warum sollten sie? Sie haben doch gar nichts gegen Mugabe.

Wie das?
Die Regierungen von Südafrika, Mosambik oder Angola sind nationalistische Bewegungen. Deren Ziel war und ist es, die einstigen weißen Herrscher von der Macht zu vertreiben. Und das hat niemand so extrem geschafft wie Robert Mugabe. Die meisten Regierungschefs der Nachbarländer verehren ihn dafür. Und hätten sie in ihren Ländern die Möglichkeit - sie würden das gleiche tun.

Und deswegen verweigern sie auch dem MDC, der Partei von Premierminister Tsvangirai, die Unterstützung?
Genau. Besonders der African National Congress (ANC), die Regierungspartei in Südafrika fürchtet nichts mehr als die Entstehung einer neuen Volkspartei aus den Gewerkschaften heraus - wie es eben der MDC ist. Der ANC will, dass die Massen ihm folgen, aber nicht seine Macht in Frage stellen.

Als die Krise in Simbabwe eskalierte, wurde ihr Bruder Thabo Mbeki, damals Präsident von Südafrika, zum Vermittler ernannt. Seine stille Diplomatie wurde häufig als wirkungslos kritisiert. Haben Sie versucht, ihn von einer härteren Linie zu überzeugen?
Er kennt meine Position. Und wenn wir uns treffen, reden wir nicht nur über Politik.

Wie kann man denn Afrika aus dieser endlosen Krise führen?
Afrika hat ein riesiges Potential. Das haben zum Beispiel die Mobilfunkunternehmen gezeigt, die hier große Gewinne machen. Deswegen müssen wir den Unternehmergeist fördern. Dazu kann auch der Westen beitragen, durch die Bereitstellung von Risikokapital zum Beispiel. Es hilft aber auch schon, wenn ein pensionierter Unternehmer aus Deutschland nach Afrika fährt, um dort seine Erfahrungen weiterzugeben. Vor allem aber müssen wir die Zivilgesellschaft stärken, um die Macht der Eliten zu schwächen. Nur so können wir verhindern, dass unsere Politiker immer mehr Geld auf Auslandskonten überweisen. 40 Prozent des gesamten afrikanischen Kapitalvermögens sind heute bereits außerhalb des Kontinents gebunkert. Welche Investitionen man damit anschieben könnte!

Gibt es denn Fortschritte?
Ehrlich gesagt kaum. Schauen sie sich doch Länder wie Nigeria, Kenia oder Simbabwe an. Mal geht es einen Schritt nach vorne, dann aber wieder fünf zurück. Anfang der Neunziger sah es für kurze Zeit einmal ganz gut aus. Damals sorgte Druck der Spenderländer dafür, dass aus diktatorischen Regimen Mehrparteiensysteme wurden. Aber in den letzten zehn Jahren haben die alten Cliquen auch diese Systeme so manipuliert, dass sie trotzdem an der Macht bleiben. Die gefälschten Wahlen in Simbabwe sind das beste Beispiel.

Und ihr eigenes Land, Südafrika? Immerhin gibt es hier mit "Black Economic Empowerment" (BEE) ein Programm, dass die Wirtschaftskraft zu den einst unterdrückten Schwarzen lenken soll.
Nur auf den ersten Blick. Tatsächlich hat BEE damit nichts zu tun. Es dient nur dazu, Kapital aus den großen Firmen des Landes in die Hände der neuen Elite zu überführen. Die reichsten Männer des Landes sind heute ANC-Politiker. Und entgegen dem Mythos war es übrigens nicht die Regierung von Nelson Mandela, die dieses Programm erfunden hat. Es kam von den großen Konzernen selbst. Die haben sich damit eine kleine Elite gefügig gekauft.

Um selbst die Fäden in der Hand zu behalten.
Genau. Das schlimmste ist aber, dass BEE unsere Wirtschaft überhaupt nicht nach vorne zu bringt. Das Programm schafft nur eine Kaste, die von der Wirtschaft lebt, aber selbst keine Investitionen tätigt. Wir bauen gerade unsere Wirtschaftskraft in dramatischem Ausmaß ab. Unsere Industrieproduktion ist seit 1994 um ein Viertel geschrumpft. Heute exportieren wir vor allem Rohstoffe - und importieren von China die daraus hergestellten Produkte. Ohne unseren Reichtum an Bodenschätzen wären wir schon längst am Ende.

Da scheint sich ein Crash anzubahnen. Warum greift denn die Politik nicht ein?
Sie profitiert doch vom Abbau unserer Industrie! Die billigen Importe aus Fernost kommen ihrem Konsumrausch entgegen. Hier eine Industrie zur Produktion von Schuhen oder Fernsehern aufzubauen, würde die Produkte ja erstmal teurer machen.

Und wie lange werden die Menschen in Südafrika das noch mit machen?
Schon jetzt gibt es Proteste gegen die Regierung. Die Menschen wollen nicht länger mit ansehen, wie sich eine kleine Elite teure Autos leistet, während sie selbst keinen Strom in der Hütte haben. Heute gibt es innerhalb der Schwarzen Südafrikas die größten Einkommensunterschiede - und nicht zwischen Schwarzen und Weißen. In spätestens zehn Jahren wird auch in Südafrika eine neue Partei aus dieser Unzufriedenheit entstehen. Genauso wie in Simbabwe der MDC von Morgan Tsvangirai entstanden ist. Ich hoffe nur, dass unser Land anschließend nicht den gleichen Weg geht wie Simbabwe.

Marc Goergen
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.