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Brexit-Berichterstattung: May-be eine Spur zu viel: Die wildesten Wortspiele rund um Theresa May

"Dismay", "Mayday", "Tesa May": Offenbar auf der Suche nach dem ganz besonderen Zungenschlag in der Schlagzeile lassen sich Medien in der Brexit-Berichterstattung die wildesten Wortspiele einfallen. Aber es trifft nicht nur die britische Premierministerin.

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Seit eineinhalb Jahren wird es offenbar immer schwerer, die Brexit-Berichterstattung möglichst originell und launig an die Leserinnen und Leser zu bringen. Am 23. Juni 2016 haben die Briten in einem Referendum ihren EU-Austritt beschlossen, seitdem scheint wenig Handfestes passiert - Ungewissheit und Chaos dominieren nach wie vor die Debatte. Vielleicht ist auch die Versuchung zu groß, den Namen der britischen Premierministerin dabei nicht völlig unangetastet zu lassen. Theresa May, ein Name, der besonders im englischen Sprachgebrauch ungeahnte Möglichkeiten bietet.

Und so haben sich vor allem englischsprachige Medien die wildesten Wortspiele rund um und mit Theresa May einfallen lassen. Offenbar auf der Suche nach dem ganz besonderen Zungenschlag in der Schlagzeile, dem Blickfang im unübersichtlichen Blätterwald. 

Von "Theresa Maybe" zu "ZÄHresa May"

Ein Dauerbrenner: "Mayday", eine Anspielung an das internationale Notsignal im Sprechfunk. Und - nicht erst nach dem geplatzte Brexit-Deal und gescheiterten Misstrauensvotum - eine häufig bemühte Schlagzeile um die verfahrene Situation der Premierministern. Wer nach "Mayday" in der "News"-Spalte von Google sucht, wird massenhaft fündig.

Die "Mayday"-Meldungen bei Google News

Die "Mayday"-Meldungen bei Google News

 

Der "Notruf" wurde in der Brexit-Debatte oft gewählt. Trotzdem: Theresa May versucht immer noch, seit Juli 2016 ist sie Premierministerin, den Brexit durchzudrücken. Eine Ausdauer, die auch in Schlagzeilen destilliert wurde: "ZÄHresa May", titeln etwa die Kollegen von der "Bild"-Zeitung. Bei "Spiegel Online" ist von "Tesa May" zu lesen, die an ihrem Amt klebe. 

Vor fast genau zwei Jahren wurde der britischen Premierministerin allerdings noch ein wildes Hin und Her im Brexit-Prozess attestiert. Das britische Magazin "The Economist" hat ihr daher einen Spitznamen verpasst: "Theresa Maybe", also "Theresa vielleicht".

Nun zeigt sie klare Kante - nur offenbar nicht genug. "DISMAY", also "Entsetzen" oder "Bestürzung", titelt etwa der "Daily Express" in großen Lettern nach dem geplatzten Brexit-Deal.

"The Sun" lässt es - wie gehabt - auch auf dem heutigen Titelblatt mächtig krachen: "COME ON OVER TO MAY PLACE" (sinngemäß: 'Komm zu mir rüber') schreibt das Boulevardblatt, nachdem Oppositionsführer Jeremy Corbyn eine Einladung Mays zu Gesprächen abgesagt hat. 

Es trifft nicht nur Theresa May

Aber es trifft nicht nur die Premierministerin. Für die kostenlose britische Zeitung "Metro" ist die Absage Corbyns der Beginn eines "Brexican Stand-Off". Das Original, der umgangssprachliche "Mexican Standoff", beschreibt im Prinzip eine fast unlösbare Pattsituation, die nur von einer Seite beendet werden kann. In Westernfilmen in der Regel durch einen Schusswechsel. 

Ja, auch der "Brexit" hat schon einige Metamorphosen erlebt: "Was für ein Brexshit!",  kommentiert etwa die "Bild"-Zeitung. Die "Sun" hat May, beziehungsweise ihren Deal, nach dem geplatzten Brexit-Votum mit dem flugunfähigen und mittlerweile ausgestorbenen Dodo verglichen. Dazu die Schlagzeile: "Brextinct", ein Wortspiel aus "Brexit" und dem englischen Wort "extinct" (zu deutsch: "ausgestorben").

Am 29. Januar geht die Brexit-Debatte im britischen Unterhaus in die nächste Runde. Dann wird Theresa May ihren "Plan B" im Unterhaus präsentieren und zur Diskussion stellen. Der Ausgang wird garantiert Schlagzeilen produzieren. 



fs
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