HOME

Regierung, Brexit, EU-Wahl: May kündigt Rücktritt an - wie geht es jetzt in Großbritannien weiter?

Für Theresa May ist am 7. Juni als Chefin der Konservativen Schluss - ihr Nachfolger an der Parteispitze wird dann auch Premierminister. Was heißt das für Großbritannien?

Premierministerin weint: So emotional erklärt Theresa May ihren Rücktritt

Der Druck war am Ende zu groß: Angesichts des Brexit-Chaos hat die britische Premierministerin Theresa May ihren Rücktritt bekanntgegeben. Sie werde als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, kündigte sie an.

Mit dem Rücktritt vom Parteivorsitz muss die 62-Jährige auch ihr Amt als Regierungschefin aufgeben – das soll bis Ende Juli geschehen. Ihr Nachfolger im Amt als Parteivorsitzender wird dann auch Premierminister.

In der EU befürchten manche bereits, dass ein harter Brexit nun unausweichlich ist. Hier eine Übersicht darüber, wie es mit Großbritannien und dem Brexit weitergehen könnte.

EU-Wahl: Wen wählen die Briten ins Europaparlament? Erste Ergebnisse soll es am Sonntag geben. Für Mays Tories kündigt sich ein Debakel an, ein Triumph hingegen für die Brexit-Partei von Nigel Farage.

Donald Trump: Den US-Präsidenten will May noch empfangen. Dessen Staatsbesuch Anfang Juni wird mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert. Trump und First Lady Melania nehmen unter anderem an den Feierlichkeiten anlässlich des D-Days teil.

Tories: Als Mays Nachfolger stehen schon einige Konservative in den Startlöchern: unter anderem Ex-Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson, Ex-Brexit-Minister Dominic Raab und Außenminister Jeremy Hunt. Am Ende eines mehrstufigen Verfahrens - möglicherweise bis Ende Juli - stellen sich zwei Bewerber einer Urwahl.

Regierung: Ein neuer Parteichef wird auch Premier. Voraussetzung: Die nordirisch-protestantische DUP stützt weiter die Minderheitsregierung der Tories. Neuwahlen werden die Konservativen wohl wegen schlechter Aussichten vermeiden wollen. Mit einem Brexit-Hardliner an der Spitze steigt die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts.

Brexit: Ursprünglich wollte London der EU Ende März 2019 den Rücken kehren. Weil May aber mit dem von ihr ausgehandelten Brexit-Vertrag im Parlament gescheitert war, nehmen die Briten an der EU-Wahl teil. Die Austrittsfrist wurde bis zum 31. Oktober verlängert. Ob ein neuer Premier auf einen besseren Deal hoffen kann? Die Haltung bisher in Brüssel: keine Neuverhandlungen, egal wer in der Downing Street sitzt.

anb / DPA / AFP