HOME

Ehemaliger US-Außenminister: Rex Tillerson spricht erstmals über Trump: "Seine Vorstellungen nicht mit dem Gesetz vereinbar"

Nach seiner Entlassung hielt sich der ehemalige US-Außenminister Rex Tillerson mit öffentlichen Aussagen zurück. Nun brach er sein Schweigen - was er sagte, dürfte seinem Ex-Chef nicht gefallen.

Rex Tillerson und Donald Trump

Rex Tillerson (links) und Donald Trump auf einem Foto aus dem Oktober 2017. Im März 2018 entließ Trump seinen Außenminister nach länger währenden Differenzen

AFP

Es ist ein wenig ruhig geworden um Rex Tillerson. Im März entließ US-Präsident Donald Trump seinen damaligen Außenminister, nachdem es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen den beiden gekommen war - unter anderem wegen unterschiedlicher Ansichten zum Umgang mit Russland und Nordkorea.

Bei einer Spendenveranstaltung im texanischen Houston sprach der Ex-Minister und ehemalige Exxon-Mobil-Chef am Donnerstag erstmals seitdem er gefeuert wurde öffentlich über seine Arbeit für den US-Präsidenten. Und was der 66-Jährige im Gespräch auf der Bühne mit dem langjährigen CBS-Journalisten Bob Schieffer vom Stapel ließ, dürfte Trump nicht gefallen haben. 

Tillerson: Trumps Vorstellungen waren nicht mit dem Gesetz vereinbar

Wie der "Houston Chronicle" schreibt, fiel Tillerson als Außenminister bei Trump wohl auch deshalb zunehmend in Ungnade, weil er den Präsidenten immer wieder darauf aufmerksam machte, dass seine Wünsche und Vorstellungen nicht mit den US-Gesetzen vereinbar waren. Es wäre häufig vorgekommen, dass der Präsident zu ihm gekommen sei und gesagt hätte, was er gern tun würde und wie er es tun möchte, sagte Tillerson.

Und weiter: "Ich musste ihm dann sagen, Mr. President, ich verstehe, was Sie möchten, aber Sie können das auf diese Art nicht tun. Es verletzt das Gesetz".

Tillerson hätte seinem Chef in diesen Fällen vorgeschlagen, eine Gesetzesänderung beim Kongress zu bewirken, was der legitime Weg sei. Trump hätten diese Gespräche wiederum sehr frustriert.

Twitter als gesellschaftliches Problem?

Desweiteren sprach Tillerson über Trumps bevorzugten Kommunikationskanal Twitter. Es hätte dem Milliardär sicher an die Macht geholfen, dass er bei den Amerikanern einen Nerv getroffen hätte und darüber hinaus moderne Tools wie eben Twitter zur Kommunikation nutzt. Tillerson selbst fand das eher bedenklich: "Ich will ehrlich sein, es besorgt mich, dass die Amerikaner offenbar so wenig über die Dinge wissen möchten, dass sie sich mit 128 Zeichen zufrieden geben". Das wollte er nicht als Kritik an Trump verstanden wissen, sondern als Kritik an "uns als Gesellschaft und Bürger".

Weitere Themen in dem Gespräch mit Schieffer waren Russland und Waldimir Putin, Tillersons Weg zum Außenminister und der kürzlich verstorbene Ex-Präsident George H.W. Bush, den Tillerson in vielerlei Hinsicht als "Begründer des 21. Jahrhunderts" ansieht. Derartig salbungsvolle Worte dürfte er über den gegenwärtigen Präsidenten in naher Zukunft wohl eher nicht verlauten lassen. 

Quellen: "Houston Chronicle"

Trauerfeier George H.W. Bush: Eiseskälte bei Wiedersehen der Präsidenten – diese Tweets könnten etwas damit zu tun haben
rös