Todesurteil gegen Saddam Hinrichtung erst Ende Januar

Die Spekulationen um den Termin von Saddam Husseins Hinrichtung haben vorerst ein Ende: Irakische Behörden haben klargestellt, dass der Ex-Diktator nicht vor dem 26. Januar gehenkt werden wird. Auch aus religiösen Gründen.

Die irakischen Behörden haben Spekulationen zurückgewiesen, wonach die Hinrichtung des früheren Machthabers Saddam Hussein unmittelbar bevorstehe. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Justizministeriums sagte, Saddam werde nicht vor dem 26. Januar hingerichtet.

Saddams Chef-Verteidiger Chalil al Dulaimi hatte gesagt, US-Vertreter hätten ihn aufgefordert, den persönlichen Besitz Saddams in Empfang zu nehmen - was auf eine baldige Hinrichtung gedeutet hätte. Ein anderer Verteidiger Saddams, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, der Ex-Präsident sei von den US-Truppen im Irak an die Behörden des Landes überstellt worden. Das irakische Justizministerium wies dies zurück. "Das ist nicht wahr", so ein hochrangiger Mitarbeiter, er ist weiterhin unter Aufsicht der Amerikaner".

Saddam werde nicht vor dem 26. Januar hingerichtet werden. Erst nach Verstreichen der 30-Tage-Frist sei der Vollzug der Todesstrafe legal, so der Mitarbeiter. Bislang hatten Experten die Gesetze dahingehend gedeutet, dass Verurteilte innerhalb von 30 Tagen nach der Bestätigung des Todesurteils gehenkt werden müssten.

Ministerpräsident für Todesstrafe

Ministerpräsident Nuri al Maliki äußerte sich unterdessen zum Todesurteils und stellte sich dabei sich dabei klar hinter den Gerichtsentscheid. Er sagte, es werde keinen Aufschub des Hinrichtungstermins und auch keine Überprüfung des Todesurteils geben. Mit seiner Erklärung erteilte der Regierungschef Forderungen nach einer Begnadigung eine Absage.

In US-Regierungskreisen hatte es jüngst geheißen, Saddam könne bereits am Samstag gehenkt werden. "Ich habe gehört, dass es wahrscheinlich nur noch zwei weitere Tage sein werden", sagte ein Mitarbeiter von Präsident George W. Bush.

Ein irakisches Regierungsmitglied hatte zuvor erklärt, mehrere Feiertage könnten die zügige Exekution verzögern. Die Feiertage fallen mit dem Pilgerzug nach Mekka zusammen und dauern von Freitag bis zum 7. Januar. Im Irak sind Hinrichtungen an religiösen Feiertagen verboten. In den letzten Tagen hatte es zudem Spekulationen gegeben, das zweite Verfahren gegen Saddam solle noch abgeschlossen und die Hinrichtung so lange hinausgezögert werden.

Im ersten Verfahren, für das der ehemalige Diktator die Todesstrafe erhielt, war der 69-jährige Saddam wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Im zweiten Verfahren geht es um Völkermord in Zusammenhang mit Giftgansangriffen auf Kurden in den achtziger Jahren. Auch hier droht ihm die Todesstrafe.

Reuters Reuters

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