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USA: Neun Minuten zwischen zwei Tweets: Pentagon denkt, Trump kündigt Militärschlag an

In drei Tweets hat Donald Trump den Ausschluss von Transgender aus der US-Armee ankündigt. Das Problem: Nach dem ersten Tweet war nicht klar, was er meinte - im Pentagon dachte man offenbar schon, er kündige einen Militärschlag an.

Donald Trump Transgender

Trump teilte in vier Tweets mit, dass Transgender künftig aus der US-Armee ausgeschlossen werden sollen. Nach dem ersten Tweet war nicht ganz klar, ob  er nicht vielleicht einen Miltitäschag gegen Nordkorea plane.

Donald Trump hat am Mittwoch mit einer Serie von drei Tweets angekündigt, dass Transgender künftig aus der US-Armee ausgeschlossen werden sollen. Zur Begründung wiederholte er die Argumentation zahlreicher Republikaner, dass Transgender die Ordnung des Militärs stören und enorm hohe medizinische Kosten für Geschlechtsumwandlungen verursachen würden. Das würde die Kampfbereitschaft der Armee beeinträchtigen.

Für die Mitteilung benötigte der US-Präsident drei Tweets. Im US-Verteidigungsministerium Pentagon war man deshalb zunächst alarmiert. Der Grund war, dass aus dem ersten Tweet nicht deutlich hervorging, was Trump eigentlich sagen wollte. Der zweite Tweet mit der inhaltlichen Konkretisierung folgte erst nach neun Minuten - und solange schien alles möglich zu sein. Trump schrieb im ersten Tweet lediglich: "Nach Beratungen mit meinen Generälen und Militärexperten beachten sie bitte, dass die US-Regierung nicht akzeptieren oder erlauben wird, …"

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Neun Minuten Ungewissheit bei US-Offizieren

Die Internetseite "Buzzfeed" berichtet, dass in den neun Minuten zwischen dem ersten und zweiten Tweet einige Militärs befürchteten, dass ihr Präsident möglicherweise einen Militärschlag ankündigen wolle, vielleicht gegen Nordkorea oder Syrien? Die Anspannung im Pentagon sei sehr groß gewesen, berichtet "Buzzfeed".

Die Episode zeigt einmal mehr, wie Trump seine eigenen Leute und die Behörden immer wieder mit seinen Tweets verunsichert. Die Ankündigung, Transgender vom US-Militär auszuschließen, kam unvermittelt. Offensichtlich war niemand außerhalb des Trump-Teams informiert. US-Verteidigungsminister James Mattis ist zurzeit im Urlaub. Pentagon-Mitarbeiter bestätigten zwar, dass der Verteidigungsminster von Trumps Plänen gewusst habe. Aber ob Mattis zugestimmt habe, sei völlig unklar.

Die Ankündigung, Transgender künftig aus der Armee auszuschließen, hat in den USA viel Kritik hervorgerufen. In der US-Armee gilt zwar bislang ein Transgender-Verbot. Allerdings war unter Trumps Vorgänger Barack Obama angeordnet worden, dieses Verbot mit Wirkung zum 1. Juli dieses Jahres aufzuheben. Das Pentagon hatte diesen Termin dann zu Beginn des Monats bereits provisorisch aufgehoben. Nach Schätzungen dienen trotz des Verbots bis zu 7000 Transgender in den US-Streitkräften. Ihnen drohte schon bisher der Ausschluss, wenn sie ihre sexuelle Identität öffentlich machten.


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