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Trotz Waffenruhe im Jemen: Granaten treffen Zeltlager der Opposition

Am Abend vereinbarten jemenitische und internationale Diplomaten in Sanaa eine Waffenruhe. Wenige Stunden später schlugen auf den Straßen der Hauptstadt erneut Granaten ein - diesmal in ein Lager, in dem sich tausende Demonstranten aufhielten. Nach Tagen blutiger Gewalt kommt das Land nicht zur Ruhe.

Fast schien die Bevölkerung im Jemen aufatmen zu können: Am Dienstagabend verkündete das jemenitische Staatsfernsehen, in der Hauptstadt Sanaa habe man eine Waffenruhe beschlossen. Die Vereinbarung sei von Vize-Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und mehreren ausländischen Vertretern - unter anderem den Botschaftern der USA und Großbritanniens - ausgehandelt worden.

Dass es um die Waffenstillstandsbekundungen des bedrängten Regimes von Präsident Ali Abdullah Salih ähnlich bestellt ist, wie um die des früheren libyschen Diktators Muammar al Gaddafi, zeigte sich in der Nacht. In Sanaa wurden nahe eines Oppositionslagers Mörsergranaten abgefeuert. Zwei Geschosse trafen eine Straße, auf der Tausende von Demonstranten ein Zeltlager aufgeschlagen hatten, berichtete der Sender Al Arabija am Mittwoch. Den Angaben zufolge gab es keine Toten.

Ali Abdullah Salih hält weiter an seiner Macht fest, in den vergangenen Tagen ließ er bei Kundgebungen auf Demonstranten schießen. Nach Angaben der Opposition wurden dabei mehr als 70 Menschen erschossen. Seit Ausbruch der Proteste gegen das Salih-Regime im Jemen haben Sicherheitskräfte nach Schätzungen von Menschenrechtlern rund 500 Demonstranten getötet.

liri/DPA / DPA