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"Hatte das Recht dazu": Trump fotografiert Geheimdienstbriefing ab und stellt es auf Twitter

US-Präsident Donald Trump hat offenbar bei einem Geheimdienstbriefing Unterlagen abfotografiert und auf Twitter hochgeladen. Im Iran habe es bei einem Raketentest einen "katastrophalen Unfall" gegeben, so Trump. Die dortige Führung reagiert irritiert.

"Katastrophaler Unfall": Trump fotografiert Geheimdienstbriefing ab und stellt es auf Twitter

US-Präsident Donald Trump hat ein Foto auf Twitter hochgeladen, welches nach seinen Angaben die Auswirkungen eines missglückten Raketentests im Iran zeigt. Auf der Luftaufnahme sind mehrere Hinweise zu sehen, die auf angeblich kaputt gegangene Infrastruktur und Geräte deuten.

Das Kuriose: Auf dem Bild ist mittig eine sehr helle Stelle zu sehen – offenbar die Spiegelung eines Kamerablitzes. Auch ein Schatten, der laut Twitter-Nutzern die Umrisse von Trumps Körper darstellen soll, lässt sich erkennen. 

Donald Trump: "Hatte absolut das Recht, das zu tun"

Wie mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und "CNN", berichten, soll Trump das Foto bei einem Geheimdienstbriefing gemacht haben. Das Material, welches der US-Präsident dabei vorgelegt bekam, soll demnach "streng vertraulich" gewesen sein. Darauf deuteten unter anderem die hohe Auflösung des Fotos und die weißen Hinweisboxen hin, die laut "Washington Post" wahrscheinlich von Geheimdienstanalytikern gemacht wurden. 

Als eine CNN-Reporterin den US-Präsidenten am Freitag fragte, ob er tatsächlich streng vertrauliches Material verbreitet habe, sagte Trump: "Ich wünsche dem Iran einfach alles Gute. Sie hatten ein großes Problem. Ich habe ein Foto veröffentlicht und hatte absolut das Recht, das zu tun."

Iran bestreitet "katastrophalen Unfall"

Trump nutzte das Foto, um gegen die iranische Regierung auszuteilen. Bei den Vorbereitungen für den Start des Kommunikationssatelliten Nahid-1 habe es auf einer iranischen Weltraumanlage einen "katastrophalen Unfall" gegeben, schrieb der US-Präsident. Aber: "Die Vereinigten Staaten von Amerika waren nicht involviert." Er fügte – vermutlich ironisch – hinzu, er hoffe, dass der Iran die Ursache für den Vorfall bald klären könne.

Der Iran reagierte irritiert auf Trumps Aussagen. Einen Unfall habe es nicht gegeben, sagte Telekommunikationsminister Mohammed Dschawad Asari Dschahromi. Als "Beweis" lud Dschahromi seinerseits ein Foto auf Twitter hoch, welches ihn mit Nahid-1 zeigen soll. "Ich und der Nahid-1 jetzt, guten Morgen Donald Trump", schrieb er dazu. 

 

Außerdem lud der Minister iranische Medien am Samstag in die Teheraner Raumfahrtzentrale ein, um zu versichern, dass der Nahid-1-Satellit heil sei.

Nach zwei gescheiterten Anläufen in diesem Jahr plant der Iran voraussichtlich Ende September einen erneuten Satellitenstart. Nach Angaben Teherans soll der Satellit Nahid-1 wissenschaftliche Daten zu Wetter und Landwirtschaft liefern und keine militärischen Ziele verfolgen. Daher stehe der Einsatz im Einklang mit internationalen Vorschriften. Die USA und Israel sehen jedoch solche Starts kritisch, weil sie befürchten, dass der Iran die Raumfahrttechnik zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte.

Quellen: CNN, Washington Post, Nachrichtenagentur DPA