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Russland-Ermittlungen: Trump-Vertrauter und Polit-Rambo Roger Stone soll bis zu neun Jahre hinter Gitter

Der langjährige Berater von Donald Trump, Roger Stone, soll wegen seiner Rolle in der Russland-Affäre eine lange Haftstrafe bekommen. Die Staatsanwaltschaft empfiehlt zwischen sieben und neun Jahren Gefängnis.

Roger Stone

Polit-Dandy-Rambo Roger Stone nach seinem Schuldspruch im November

AFP

Roger Stone nennt sich selbst "Erzähler" und seine Geschichten haben sich bereits zahllose Politiker in den USA zu Nutze gemacht. Zuletzt war er Donald Trump zu Diensten. Wenn jemand weiß, wie man Niedertracht und Dreckschleudereien erfolgreich einsetzt, dann ist es der Politikberater, der ein riesiges Richard-Nixon-Porträt auf dem Rücken tätowiert hat. Trotz zahlloser Eskapaden droht dem 67-Jährigen jetzt erstmals eine Gefängnisstrafe. Die US-Staatsanwaltschaft fordert sieben bis neun Jahre Haft für ihn. Er müsse dafür bestraft werden, dass er die Untersuchungen des Kongresses zur Russland-Affäre behindert, unter Eid gelogen und Zeugen beeinflusst habe, heißt es in dem entsprechenden Antrag.

Trump-Freund Stone soll Ermittlung behindert haben

Stone, der schon zahlreichen anderen republikanischen US-Präsidenten zur Seite stand, war im November von einer Jury schuldig befunden worden, die Kongressuntersuchung zur Affäre um die verdeckten russischen Eingriffe zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf 2016 behindert zu haben. Sein Strafmaß will das Gericht Ende Februar verkünden. Stone war vor einem Jahr auf Betreiben des Sonderermittlers Robert Mueller in seinem Haus in Florida festgenommen worden. Er kam gegen Zahlung einer 250.000-Dollar-Kaution aber wieder frei. Stone hatte 2015 für Trump gearbeitet und stand auch danach weiter in Kontakt mit ihm, als eine Art informeller Berater.

Donald Trump greift Mitt Romney mit einem auf Twitter veröffentlichen Zusammenschnitt an.

Er steht im Verdacht, als Verbindungsmann zwischen der Trump-Kampagne und der Enthüllungsplattform Wikileaks fungiert zu haben. Wikileaks hatte während des Wahlkampfs zehntausende interne E-Mails mit teils brisantem Inhalt aus dem Lager von Trumps Rivalin Hillary Clinton veröffentlicht. Die E-Mails waren nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste von russischen Hackern gestohlen worden. Der Sonderermittler Mueller fand in seinen fast zweijährigen Ermittlungen allerdings keine hinreichenden Belege für illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau.

Der US-Präsident kommentierte die Forderung der Staatsanwaltschaft mit harschen Worten; sie sei eine Schande, twitterte er. Und weiter: "Das ist eine schreckliche und sehr unfaire Situation. Die wahren Verbrechen wurden auf der anderen Seite begangen, aber dort passiert nichts. Kann diesen Justizirrtum nicht zulassen!" Ob Trump plant, von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen, ist offen. In konservativen und rechten Kreisen werden die oppositionellen Demokraten beschuldigt, die Schuldigen in der Russland-Affäre zu sein. Beweise oder auch nur Indizien dafür gibt es aber nicht.

nik mit DPA/AFP