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"Die Straßen dominieren" Trump will Polizeibehörden stärken und nimmt die Beamten gegen Rassismusvorwürfe in Schutz

Donald Trump
Donald Trump will die Polizeibehörden stärken. Er sieht kein grundlegendes Rassismusproblem bei den Sicherheitskräften (Archivbild)
© Saul Loeb / AFP
US-Präsident Donald Trump sieht kein grundlegendes Rassismusproblem in den Reihen der Polizei. Sein Kontrahent Joe Biden wirft ihm vor, dem Problem aus dem Weg zu gehen.

US-Präsident Donald Trump sieht kein grundlegendes Rassismusproblem in den Reihen der Polizei. "Es gibt immer einen faulen Apfel, egal wohin man schaut", sagte Trump am Donnerstag bei einem Besuch im texanischen Dallas. "Es gibt nicht sehr viele davon bei der Polizei."

Trump rief zum Kampf gegen Intoleranz und Vorurteile auf, übte aber indirekt Kritik an den derzeitigen Massenprotesten gegen Rassismus. "Wir werden keine Fortschritte erzielen und keine Wunden heilen, indem wir Millionen anständige Amerikaner fälschlicherweise als rassistisch oder intolerant abstempeln", sagte der Präsident.

Trump kündigte ein Dekret an, um Polizisten zu "ermutigen", die Vorschriften zum Einsatz von Gewalt zu befolgen. Einzelheiten nannte er aber nicht. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einer starken Präsenz der Sicherheitskräfte auf den Straßen. "Wir dominieren die Straßen mit Mitgefühl", sagte Trump.

Kritiker werfen Trump Spaltung vor

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis hatte Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA ausgelöst. Trump steht wegen seines Umgangs mit den Protesten in der Kritik. Der Republikaner hatte ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen gewaltbereite Demonstranten gefordert und sogar einen Militäreinsatz angedroht.

Kritiker werfen ihm vor, das Land zu spalten statt zu vereinen. Der Präsident gehe einer Diskussion über "systematischen Rassismus und Polizeigewalt" seit Wochen aus dem Weg, sagte am Donnerstag der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden.

Der Afroamerikaner Floyd war Ende Mai in Minneapolis ums Leben gekommen, nachdem der weiße Polizist Derek Chauvin ihm fast neun Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt hatte. Der Vorfall löste international Empörung aus. Chauvin wurde in der Folge festgenommen und des "Mordes zweiten Grades" beschuldigt. Trump bezeichnete das Vorgehen der Polizei gegen Floyd in einem Fox News-Interview als "Schande". Er sprach von "mehr als acht Minuten des Horrors". 

rös AFP

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