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Türkei: Ausschreitungen im Kurdengebiet

Die Ausschreitungen nach dem Tod von 14 kurdischen Rebellen im Südosten der Türkei haben sich auf eine zweite Stadt ausgebreitet. Dabei ging die Polizei gegen etwa 2.000 Demonstranten vor, die Brandsätze schleuderten.

Medienberichten zufolge wurden bei den erneuten Protesten mindestens zehn Menschen verletzt. Auch in der osttürkischen Stadt Diyarbakir, das in den vergangenen Tagen zum Schauplatz der schwersten Straßenkämpfe seit mehr als zehn Jahren geworden war, kam es zu neuen Unruhen mit mindestens fünf Verletzten. Die Regierung schickte am Donnerstag weitere Sicherheitskräfte in die Stadt, in der die meisten Geschäfte geschlossen blieben.

Auslöser war Tod von vier PKK-Kämpfern

Die Unruhen begannen im Anschluss an die Beisetzung von vier kurdischen Separatisten. Die Mitglieder der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) waren im Kampf gegen türkische Soldaten erschossen worden.

Hunderte Demonstranten warfen Brandbomben auf zwei Banken und bewarfen eine Polizeistation mit Steinen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, war unter den Verletzten ein Kind. Nach kurdischer Darstellung schoss ein Polizist dem Jungen in die Brust. Bei den seit Dienstag anhaltenden Auseinandersetzungen wurden nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und 250 verletzt. Der prokurdische Bürgermeister von Diyarbakir, Osman Baydemir, erklärte, zwei Demonstranten seien erschossen worden. Viele weitere hätten Schusswunden erlitten.

AP / AP
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