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Militärputsch in der Türkei Was bislang geschah


In der Türkei hat ein Teil des Militärs versucht, mit einem Putsch die Macht zu übernehmen. Alle Ereignisse im Live-Ticker.

+++ 1.44 Uhr: Türkisches Parlament in Ankara bombardiert +++

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass das türkische Parlament von einer Bombe getroffen wurde. Laut eines Augenzeugen sei die Explosion in der ganzen Stadt zu hören gewesen.

+++ 1.22 Uhr: Kopf des Putsches soll abberufender Stabsoffizier sein +++

Der Putschversuch in der Türkei ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von einem kürzlich aus dem Generalstab abberufenen Stabsoffizier geplant worden. Der Name wurde mit Muharrem Köse angegeben. Auch weitere Mitputschisten wurden namentlich genannt. Der entlassene Stabsoffizier habe im Generalstab die Funktion eines juristischen Beraters inne gehabt.

+++ 1.19 Uhr: Vier Soldaten "neutralisiert" +++

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, vier Soldaten - darunter ein Offizier - seien beim Versuch, das Gebäude des staatlichen Senders TRT in Istanbul einzunehmen, von Bürgern und Polizisten "neutralisiert" worden.

+++ 1.15 Uhr: 17 Polizisten getötet +++

In der Hauptstadt Ankara wurden angeblich 17 Polizisten von Spezialeinheiten des Militärs getötet. Das putschende Militär versucht den regierungstreuen Sicherheitsapparat zu entwaffnen

+++ 1.14 Uhr: Hubschrauber abgeschossen +++

Offenbar hat ein F16-Kampfjet einen Hubschrauber abgeschossen, der von den Putschisten benutzt wurde. In Istanbul sind zudem Schüsse und Explosionen zu hören. Dem Klang nach zu urteilen werden auch schwere Waffen eingesetzt. In Istanbul schossen Soldaten auf Gegner des Militärputschs nahe einer Bosporus-Brücke, dabei gab es Verletzte, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. 

+++ 1.00 Uhr: Oppositionsführer kritisiert Putschversuch +++

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu spricht sich gegen den Putschversuch aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA sagte er: "Dieses Land hat viel unter Putschen gelitten. Wir wollen nicht, dass es die gleichen Probleme wieder erlebt." Kilicdaroglu ist Chef der Mitte-Links Partei CHP, die traditionell dem Militär nahe steht.

+++ 0.59 Uhr:  Regierungschef: "Einige Rädelsführer festgenommen"

Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim sind einige Anführer des Putschversuchs festgenommen worden. "Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen", sagte Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden.

+++ 0.58 Uhr: Moscheen rufen zum Gebet +++

Bewohner und Touristen in Istanbul berichten in den sozialen Medien, dass die Moscheen zum Gebet aufrufen - ungewöhnlich für diese Tageszeit. Offenbar fordern einige Geistliche zum Widerstand gegen den Staatsstreich auf.

+++ 0.40 Uhr: In Istanbul versammeln sich massenweise Menschen +++

Der US-Fernsehsender CNN International und die britische BBC zeigen Live-Bilder aus Istanbul: Menschen strömen in Massen auf die Straße und schwenken türkische Fahnen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das Volk in einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten aufgerufen.

+++ 0.35 Uhr: Militär beschießt Geheimdienstzentrale +++

Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass das putschende Militär die Zentrale des türkischen Geheimdienstes von Hubschraubern aus beschießt

+++ 0.24 Uhr: Armee zieht vom Atatürk-Flughafen wieder ab +++

Nach der Besetzung des Atatürk-Flughafens in Istanbul durch das Militär ist die Armee nach Angaben aus Präsidialkreisen wieder vom Gelände abgezogen. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, Demonstranten seien auf das Gelände des Atatürk-Flughafens eingedrungen. Daraufhin habe das Militär den Flughafen verlassen.
+++ Zusammenstöße zwischen Soldaten und Zivilisten +++

Laut des TV-Senders CNN Turk soll es an einer Brücke in Istanbul zu Zusammenstößen zwischen Militärs und Zivilisten gekommen sein. Soldaten haben angeblich das Feuer eröffnet.

+++ Präsident Erdogan meldet sich per Facetime zu Wort +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat ein Statement via Facetime abgegeben.  Darin hat er den laufenden Militärputsch als einen "Aufstand einer Minderheit in der Armee" verurteilt. Der Staatschef rief die Türken am Freitagabend im Nachrichtensender CNN-Türk auf, sich der versuchten Machtübernahme auf der Straße entgegenzustellen. "Ich rufe das türkische Volk auf, sich auf öffentlichen Plätzen und an Flughäfen zu versammeln. Ich habe nie geglaubt, dass es eine höhere Macht gibt als das Volk", sagte Erdogan dem Sender per Telefon. Die "Putschisten" würden keinen Erfolg haben.

+++ Der Generalstabschef des Landes, Hulusi Akar, soll eine Geisel der Putschisten sein +++

+++ Das Gebäude des Staatsfernsehens TRT wurde offensichtlich gestürmt. Der Sendebetrieb aber geht weiter, eine Moderatorin sagte, dies sei ein Befehl des Militärs +++

+++ Das türkische Militär verhängt Kriegsrecht und Ausgangssperre +++

Laut der in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung geschehe ´dies zum Schutz der Zivilbevölkerung, so ein Militärsprecher.

+++ Flughäfen des Landes unter Kontrolle des Militärs +++

Die Airports des Landes bleiben bis auf weiteres geschlossen. Eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM mit 184 Menschen an Bord hat ihren Flug nach Istanbul abgebrochen und kehrt zurück nach Amsterdam.

+++ Regierung fordert Anhänger zum Widerstand auf +++

Die Regierungspartei soll ihre Anhänger zum Widerstand gegen die Putschisten aufgefordert haben. Es gibt Meldungen von Zusammenstößen zwischen der Zivilbevölkerung und dem Militär. Sowohl über Ankara und Istanbul sind Kampfflugzeuge im Tiefflug unterwegs.


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