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Putschversuch in der Türkei: Erdogan-Anhänger feiern auf Taksim-Platz

Ein Teil des türkischen Militärs wagte den Aufstand gegen Erdogan, doch das Volk stellte sich gegen die Soldaten. Erdogan droht mit Vergeltung, die Putschisten geben auf. Der Tag zum Nachlesen im Ticker.

Erdogan-Anhänger auf dem Taksim-Platz

Feiern für den Staatspräsidenten: Erdogan-Anhänger auf dem Taksim-Platz

Es war eine turbulente Nacht in der , doch nun scheint allmählich klar zu sein: Der Militärputsch ist offenbar gescheitert. Staatspräsident Erdogan ist mittlerweile in Istanbul gelandet. An vielen Orten legen die Soldaten die Waffen nieder. Doch die Lage bleibt unübersichtlich - eine Übersicht, was gerade in der Türkei passiert:

+++ 22.00 Uhr: Tausend Erdogan-Anhänger feiern auf Taksim-Platz +++

Auf dem Taksim-Platz in Istanbul versammeln sich am Abend zahllose Anhänger des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und feiern den Sieg über die Putschisten. Die Rede ist von rund Tausen Menschen. Viele schwenkten die türkische Flagge und riefen "Gott ist groß". Auch auf der Unabhängigkeitsstraße in Istanbul schwenkten die Menschen Fahnen, Autos fuhren laut hupend die Straße entlang. Seit den Protesten in der Türkei im Jahr 2013 sind regierungskritische Demonstrationen auf dem Taksim-Platz grundsätzlich verboten.

+++ Erdogan: Einführung von Todesstrafe Sache des Parlaments +++

Nach Auffassung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan könnte über die Einführung der Todesstrafe im Parlament gesprochen werden. Bei einer Rede in Istanbul sagte er als Reaktion auf entsprechende Forderungen seiner Anhänger: "Dass jede Forderung bewertet, besprochen und diskutiert wird, ist in einem demokratischen Land ein Recht". So etwas werde jedoch unter dem Dach des Parlaments bewertet, sagte Erdogan. "Es ist auch nicht nötig, sich dafür von irgendwoher eine Erlaubnis einzuholen." Amnesty International und mehrere Politiker hatten zuvor bereits vor einer Einführung der Todesstrafe in der Türkei gewarnt.

+++ Erdogan fordert von USA Auslieferung von islamischem Prediger Gülen +++

Nach dem gescheiterten Putschversuch fordert Erdogan die USA zur Auslieferung des islamische Prediger Fethullah Gülen auf. "Die USA müssen diese Person ausliefern", sagt der Staatschef vor seinen Anhängern in Istanbul. Die Putschisten hätten in Verbindung "mit äußeren Kräften" gehandelt, sagte er - ohne weitere Angaben zu machen. Erdogan hatte bereits zuvor die Anhänger seines früheren Verbündeten Gülen für den versuchten Militärputsch verantwortlich gemacht, in dessen Verlauf laut offiziellen Angaben mehr als 260 Menschen getötet wurden.

+++ Tausende demonstrieren für Präsident Erdogan in Istanbul und Ankara +++

Tausende Anhänger von Präsident Erdogan versammeln sich zu einer Solidaritätsdemonstration in Istanbul. Der Protest im Stadtteil Kisikli verläuft friedlich, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtet. Erdogan wandte sich laut Staatsfernsehen in einer Ansprache an die Demonstranten. Istanbul ist eine Hochburg der Erdogan-Anhänger; der Staatschef war früher Bürgermeister der Millionenstadt am Bosporus. In Ankara versammelten sich Erdogan-Anhänger vor dem Parlament.

+++ Lufthansa nimmt Türkeiflüge am Sonntag wieder auf +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Lufthansa für Sonntag die Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs in das Land angekündigt. Man werde weitgehend zum normalen Flugplan zurückkehren, teile die Fluggesellschaft am Samstagabend mit. Die Ziele Istanbul und Antalya von Frankfurt sowie Ankara, Izmir und Bodrum von München aus würden bedient. Gestrichen würden nur der erste Ankara-Flug aus München sowie der erste Flug von Istanbul nach Deutschland. Am Samstag hatte die Airline aus Sicherheitsgründen alle Istanbul-Flüge von und nach Frankfurt gestrichen.

+++ Regierungskreise: Putschisten hatten bereits über 100 Posten verteilt +++

Die Putschisten in der Türkei haben nach Angaben aus Regierungskreisen bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben gehabt. "Die Listen umfassten mehr als 100 Namen", sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, am Samstag. "Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt."

Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. "In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen." Sie hätten auch versucht, die Satelliten-Infrastruktur zu sabotieren. Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten. 

+++ Yildirim dankt Opposition für Unterstützung gegen Putschversuch +++

Bei der Sondersitzung des Parlaments nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat Ministerpräsident Binali Yildirim der Opposition und türkischen Bürgern für ihre Unterstützung gedankt. Er erklärte den 15. Juli - den Tag des gescheiterten Putsches - zum künftigen "Demokratie-Festtag".

Yildirim sagte am Samstag in Ankara: "Ich bedanke mich einmal mehr bei den Führern unserer Parteien, den Fraktionschefs und allen Abgeordneten." Er betonte zudem: "Ich danke jedem türkischen Bürger, der auf die Straße gegangen ist, um die Demokratie zu verteidigen. Ich bin so stolz, Teil dieser Nation zu sein." 

+++ Bundeswehr: Luftwaffenbasis Incirlik für Soldaten nicht abgeriegelt +++

Der Putschversuch türkischer Militärs gegen Regierung und Präsident hat nach Bundeswehrangaben keine Folgen für die 240 deutschen Soldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik gehabt. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Berlin widersprach am Samstag auf dpa-Anfrage US-Angaben, wonach die türkischen Behörden den Zugang zu der Basis abgeriegelt hätten.

Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, es sei aber die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf". Von dem Putsch hätten sie nur durch die Medien erfahren. 

+++ Berichte über Lynchjustiz an Putschisten in der Türkei +++

Während des Putschversuchs in der Nacht zu Samstag sollen nach unbestätigten Berichten womöglich Soldaten misshandelt oder sogar gelyncht worden sein. Auf einem Video, das offenbar auf einer der Bosporus-Brücken in Istanbul aufgenommen wurde, ist ein Soldat zu sehen, der blutüberströmt auf dem Boden liegt. Derjenige, der das Video aufnimmt, sagt auf Türkisch: "Vier haben wir umgebracht, jetzt sind wir beim fünften. Hund!" Schüsse sind zu hören. Andere rufen "Gott ist groß", "Ungläubiger!" und "Krepier!". Mehrere treten auf den leblos wirkenden Körper ein. Das Video wurde via Twitter verbreitet.

Die dem Militär nahestehende Zeitung "Sözcü" berichtete am Samstag, ein aufgebrachter Mob habe einem Soldaten in Istanbul die Kehle durchgeschnitten. Regierungskreise bestätigten den Bericht zunächst nicht. Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie Putschgegner einen Panzer umzingeln. Ein Demonstrant steigt auf das Dach und tritt auf den Soldaten in der Luke ein. Stimmen sind zu hören, die auf Türkisch rufen: "Schlag ihn! Schlag ihn!" Andere flehen: "Das ist ein Soldat! Hört auf!" Ein Polizist eilt dem Soldaten schließlich zur Hilfe. 

+++ Kerry: USA würden Ersuchen um Gülens Auslieferung prüfen +++

Die USA würden nach den Worten von US-Außenminister John Kerry einen türkischen Antrag auf Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen prüfen. Bisher sei ein solches Ersuchen jedoch nicht eingegangen. Wie Kerry nach Angaben der "Washington Post" am Samstag weiter sagte, sind die USA dazu bereit, Ermittlungen zu unterstützen, um herauszufinden, wer den Putschversuch in der Türkei angezettelt hat und woher die Unterstützung kam. Er erwarte, "dass Fragen nach Gülen aufgeworfen werden", zitierte die Zeitung den US-Chefdiplomaten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch verantwortlich. Gülen, nach einem schweren Zerwürfnis 2013 einer von Erdogans Erzfeinden, lebt in den USA.

+++ Bulgarien schickt 230 Soldaten an Grenze zur Türkei +++

Bulgarien hat wegen des Putschversuchs im Nachbarland Türkei vorsorglich 230 Soldaten an die türkische Grenze geschickt. Der Schutz der bulgarischen EU-Außengrenze zur Türkei sei verstärkt worden, obwohl es keine Anzeichen für einen möglichen Flüchtlingszustrom gegeben habe. Wie der bulgarische Regierungschef Bojko Borissow nach einem Treffen mit dem türkischen Botschafter in Sofia, Süleyman Gökçe, am Samstag weiter erklärte, wollten die Türkei und Bulgarien zusammenarbeiten, sollte der Migrationsdruck an der gemeinsamen Grenze steigen.

Die Türkei habe alle drei Grenzübergänge zu Bulgarien wieder geöffnet, sagte Borissow. Die Grenzpunkte waren während des Putschversuchs in der Nacht zum Samstag auf der türkischen Seite geschlossen worden.

+++ Türkisches Parlament kommt nach Putschversuch in Ankara zusammen +++

Nach dem Putschversuch ist die türkische Nationalversammlung im beschädigten Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ankara zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal. Am Samstagabend hatten Putschisten das Parlament in Ankara aus der Luft bombardiert. Das Gebäude ist schwer beschädigt.

+++ Türkei riegelt Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab +++

Nach dem Putschversuch gegen die Regierung hat die Türkei den auch von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der südlichen Provinz Adana abgeriegelt. Wie das US-Konsulat am Samstag mitteilte, wurde die Energieversorgung unterbrochen, der Zugang zur Basis und auch das Verlassen des Stützpunktes wurden aus Sicherheitsgründen untersagt. Auf der Basis haben mehrere Länder, darunter Deutschland, Verbände stationiert, die sich am Kampf gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien beteiligen.


+++ Geflüchtete Putschisten: Griechenland in diplomatischem Dilemma +++

Die acht türkischen Soldaten, die mit einem Militärhubschrauber nach Griechenland geflüchtet sind und dort politisches Asyl beantragt haben, stellen Athen vor ein diplomatisches Dilemma. Ihre Anträge müssten nach den Regeln des internationalen Rechts bearbeitet werden, sagte die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili am Samstag dem staatlichen Fernsehsender ERT. Andererseits hätten die Männer, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, gegen die türkische Verfassung verstoßen. In einem ersten Schritt solle der Hubschrauber, mit dem die Soldaten Samstagmittag in der nordgriechischen Stadt Alexandroupolis notgelandet waren, in die Türkei zurücktransportiert werden, so Gerovasili weiter. Was die Insassen beträfe, würden alle diplomatischen Wege genutzt, um sich mit der Türkei auszutauschen.

+++ Washington sichert Türkei Hilfe bei Aufklärung des Putschversuchs zu +++

Die USA haben ihrem Nato-Partner Türkei Hilfe bei der Aufklärung der Hintergründe des Putschversuchs gegen die Regierung von Staatschef Recep Tayyip Erdogan zugesichert. US-Außenminister John Kerry forderte am Samstag in Luxemburg zugleich die türkische Seite auf, Erkenntnisse über den in den USA ansässigen islamischen Prediger Fethullah Gülen mit den US-Diensten zu teilen.

Erdogan hatte Anhänger Gülens für den Putschversuch verantwortlich gemacht; dieser wies die Vorwürfe zurück. "Wir rechnen damit, dass hinsichtlich Herrn Gülen Fragen aufkommen werden", sagte Kerry, der am Freitagabend mit seinem türkischen Kollegen Mevlut Cavusoglu telefonierte. "Wir haben keinerlei Ersuchen bezogen auf Herrn Gülen bekommen."

+++ Lammert: Putsch durch Militär keine Lösung für politische Spannungen +++

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat sich erleichtert über den Ausgang des Putschversuchs in der Türkei gezeigt. "Ich kann nicht erkennen, dass irgendetwas einfacher geworden wäre, wenn dieser Putsch erfolgreich gewesen wäre", sagte Lammert am Samstag bei einem Treffen mit Amtskollegen aus weiteren deutschsprachigen Ländern in Konstanz. "Dass die Ereignisse in der Türkei auch Ausdruck von erheblichen politischen Spannungen sind, die es im Lande gibt, ist offenkundig."

+++ Auswärtiges Amt mahnt trotz Beruhigung zu Vorsicht in der Türkei +++

Das Auswärtige Amt rät Deutschen in Ankara und Istanbul trotz Beruhigung der Lage weiter zu "äußerster Vorsicht". Dies gelte nach dem Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan "bis zur vollständigen Klärung der Lage", teilte das Amt am Samstag in Berlin mit. Vorsichtig sollten Reisende vor allem auf öffentlichen Plätzen und in Menschenansammlungen sein. Im Zweifelsfall werde geraten, in sichere Wohnungen und Hotels zurückzukehren. Aus anderen Teilen des Landes, insbesondere von der Mittelmeerküste, würden keine besonderen Ereignisse gemeldet.

+++ Fast 3000 Richter nach Putschversuch in der Türkei abgesetzt +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei sind laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 2745 Richter abgesetzt worden. Zudem seien fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte in Ankara vom Dienst entbunden, meldete Anadolu am Samstag. Gegen sie liefen Ermittlungen, hieß es zur Begründung.


+++ Erdogan sieht Putschversuch als "Segen Gottes" +++

"Im Sinne von "alles hat auch etwas Gutes" ist dieser Aufstand, diese Bewegung letztendlich ein Segen Gottes. Warum ein Segen Gottes? Diese Bewegung ist eine, die als Anlass dazu dienen wird, dass unsere Streitkräfte, die vollkommen rein sein müssen, gesäubert werden."

+++ Nato-Chef Stoltenberg: Starke Unterstützung der Türken für Demokratie +++

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Widerstand der türkischen Bevölkerung und Politik gegen den versuchten Militärputsch und den Einsatz für die Demokratie gelobt. "Ich begrüße die starke Unterstützung, die die Menschen und alle politischen Parteien für die Demokratie und die demokratisch gewählte Regierung der Türkei gezeigt haben", schrieb er am Samstag bei Twitter.

+++ Türkische Soldaten flüchten mit Hubschrauber nach Griechenland +++

Türkische Soldaten haben sich mit einem Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu forderte umgehend die Auslieferung der Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren. "Wir haben die Auslieferung der acht verräterischen per Hubschrauber nach Griechenland geflüchteten Soldanten verlangt", schrieb er auf Twitter. Die Soldaten waren Samstagmittag mit einem Militärhubschrauber in der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze gelandet.

+++ Experte rechnet mit Stärkung Erdogans nach Putschversuch +++

Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei wird Präsident Recep Tayyip Erdogan nach Einschätzung eines Experten stärken. Erdogan sehe sich jetzt bestätigt in der "Paranoia", dass es Mächte im Staat gebe, die ihn und die Regierung stürzen wollten, sagte der Leiter des Istanbuler Büros der Heinrich-Böll-Stiftung, Kristian Brakel, am Samstag: "Das ist natürlich jetzt Wasser auf die Mühlen all seiner Anhänger, die das auch immer schon geglaubt haben." Zudem mache es für viele, die noch nicht so ganz überzeugt waren von dem geplanten Präsidialsystem samt Verfassungsänderung, glaubhafter, dass man einen starken Herrscher an der Spitze brauche.

+++ Türkische Gemeinde: Scheitern des Putsches beweist "Reife" der Türken +++

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat den Verlauf des Putsches in der Türkei als "Zeichen einer demokratischen Reife" der Bevölkerung bezeichnet. "Es ist einmalig in der türkischen Geschichte, dass man einen Putschversuch verhindert. Bisher waren die Putschisten immer erfolgreich", sagte der Bundesvorsitzende der Gemeinde, Gökay Sofuoglu, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Erst einmal zeigt es, dass die türkische Gesellschaft eine Sensibilität gewonnen hat, eine demokratische Sensibilität gegen Putschversuche", meinte Sofuoglu, der auch die Gemeinde in Baden-Württemberg führt

+++ Bundeswehr: Erhöhte Sicherheitsstufe auf türkischer Basis Incirlik +++

Als Reaktion auf den Putschversuch in der Türkei sind die Sicherheitsmaßnahmen auf der auch von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes verschärft worden. "Es handelt sich um eine routinemäßige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

+++ Reiseveranstalter bieten Türkei-Touristen kostenlose Stornierungen an +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei bieten Reiseveranstalter kostenlose Stornierungen von Türkei-Buchungen an. Alltours teilt mit, alle Abreisen in die Türkei bis einschließlich Montag könnten kostenlos storniert werden, der Reisepreis werde zu hundert Prozent erstattet. Abreisen bis zum nächsten Sonntag (24. Juli) könnten kostenlos auf andere Ziele umgebucht werden. Auch der Branchenriese Tui bietet nach eigenen Angaben Gästen gebührenfreie Umbuchungen und Stornierungen für alle Anreisen bis Sonntag an. Betroffene Urlauber sollen sich an ihre Buchungsstelle wenden.

+++ Zahl der Toten auf 265 gestiegen +++

Bei dem Putschversuch in der Türkei sind nach Regierungsangaben neben den Putschisten mehr als 160 Menschen getötet worden. Ministerpräsident Binali Yildirim spicht vor Journalisten von 161 Toten, zusätzlich zu den Putschisten. Zuvor hatte die Armee die Tötung von 104 Putschisten mitgeteilt.

+++ Stellvertretender AKP-Chef spricht über Wiedereinführung der Todesstrafe für Putschisten +++

Der stellvertretende Chef von Erdogans Partei AKP, Mehmet Muezzinoglu, hat erklärt, dass die türkische Regierung die Wiedereinführung der Todesstrafe für Putschisten in Betracht ziehen werde. Seine Ankündigung hat zur Folge, dass auf Twitter der Hashtag #Idamistiyorum (Ich will die Todesstrafe) zum Top-Trend in der Türkei wird und mehr als 23.000 mal verwendet wird.

+++ Erhöhte Sicherheitsstufe auf Basis Incirlik +++

Die Sicherheitsmaßnahmen auf der auch von der Bundeswehr genutzten Luftwaffenbasis Incirlik im Süden der Türkei erhöht worden. "Es handelt sich um eine routinemäßige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten", sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Lage sei derzeit aber völlig ruhig.

+++ Krisenstab der Bundesregierung tritt zusammen +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Krisenstab der Bundesregierung in Berlin zusammengerufen. Steinmeier erklärt sich "zutiefst beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen in der Türkei" und fügt hinzu: "Alle Versuche, die demokratische Grundordnung der Türkei mit Gewalt zu verändern, verurteile ich auf das Schärfste."

+++ Armee: Fast 200 Todesopfer in der Putschnacht +++

Die Zahl der Todesopfer erhöht sich weiter. Nach Angaben des Militärs sind insgesamt 194 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 47 Zivilisten und 104 Putschisten, sagt der kommissarisch zum Militärchef ernannte General Ümit Dündar.

+++ Lufthansa streicht weitere Türkei-Flüge +++

Die Lufthansa hat am Samstag weitere Flüge in die Türkei gestrichen. Zwei Verbindungen von Frankfurt nach Istanbul fallen aus, wie ein Sprecher mitteilt. Damit sind alle drei der für Samstag geplanten Lufthansa-Flüge von Frankfurt in die Metropole am Bosporus abgesagt. Noch offen ist, ob die für den Nachmittag von Frankfurt aus geplanten Starts nach Antalya und Bodrum stattfinden. Das soll sich gegen Mittag entscheiden. Von München aus wird dagegen am Samstag kein Ziele in der Türkei angeflogen. 

+++ Gefechte im Armee-Hauptquartier in Ankara dauern an +++

Die Operationen gegen Putschisten im Armee-Hauptquartier in Ankara dauern an. Aus Regierungskreisen heißt es, am Samstagmorgen hätten Teilnehmer des Umsturzversuches noch aus dem Gebäude geschossen. "Das ist im Moment ihr letzter Stützpunkt."

+++ Die Lage am Morgen +++

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sind bei dem Putsch mindestens 90 Menschen getötet worden. Es gebe zudem 1154 Verletzte. Am Hauptquartier der Gendarmerie in Ankara sterben nach Angaben aus Regierungskreisen 16 mutmaßliche Putschisten.

Laut jüngsten Informationen aus Kreisen der Regierung sind inzwischen 1563 mutmaßliche Teilnehmer des Putsches aus den Reihen der Streitkräfte festgenommen worden, fünf Generäle und 29 Oberste seien ihrer Posten enthoben worden.

Die Regierung in Ankara bezeichnete den Versuch von Teilen des Militärs, die Macht an sich zu reißen, als gescheitert. Probleme gibt es aber noch in der Nähe des Präsidentenpalastes.

+++ Türkei-Urlauber können kostenfrei umbuchen +++

Türkei-Urlaubern, die aufgrund der unsicheren Lager vor ihrer Urlaubsreise zurückschrecken, bietet der Reiseanbieter TUI gebührenfreie Umbuchungen und Stornierungen an. Das gilt für alle Anreisen bis 17. Juli.

+++ Zahl der Toten steigt offenbar auf 90 +++

Laut der Nachrichtengentur Anadolu hat sich die Zahl der Toten auf 90 erhöht. Zudem seien 1154 Menschen verletzt worden. Zuvor war von mindestens 60 Toten die Rede gewesen.

+++ 8.09 Uhr: Regierungskreise: 16 Putschisten in Ankara getötet +++

Bei einer Operation gegen Umstürzler am Hauptquartier der Gendarmerie in Ankara sind nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen 16 Putschisten getötet worden. Fast 250 Putschisten seien festgenommen worden, heißt es aus Regierungskreisen. Das Hauptquartier der Gendarmerie sei "von Putschisten befreit" worden. Der Chef des Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, sei wohlauf und an einem sicheren Ort, heißt es weiter. Fidan habe beim Angriff von Putschisten den Befehl ausgegeben, "bis zum Ende zu kämpfen". Inzwischen sei die Lage auch dort deeskaliert.

+++ Türkischer Armeechef Akar offenbar aus Geiselhaft befreit+++

Türkische Sicherheitskräfte haben laut einem Fernsehbericht den von Putschisten festgehaltenen Armeechef Hulusi Akar befreit. General Akar sei an einen sicheren Ort gebracht worden, berichtet der private Fernsehsender CNN-Türk. Demnach fand die Befreiung während eines Einsatzes am Luftwaffenstützpunkt Akinci nordwestlich der Hauptstadt Ankara statt.

+++ Gülen bestreitet Verantwortung für Putschversuch +++

Der islamische Prediger Fethullah Gülen hat den Umsturzversuch von Teilen des türkischen Militärs verurteilt und die Anschuldigungen von Präsident Erdogan zurückgewiesen. "Ich weise solche Anschuldigungen kategorisch zurück", betont Gülen. Er verurteile den Putschversuch "auf das Schärfste". Er bete dafür, dass sich die Lage in der Türkei schnell und friedlich kläre, fügt Gülen.

+++ Mindestens 60 Tote und hunderte Festnahmen nach Putschversuch in der Türkei +++  

Bei dem in der Türkei sind bei Zusammenstößen und Gefechten offiziellen Angaben zufolge fast 60 Menschen getötet worden. Bei den meisten Toten handele es sich um Zivilisten, sagte der Regierungsverteter am Samstag. Die Staatsanwaltschaft in Ankara hatte zuvor von mindestens 42 Toten allein in der türkischen Hauptstadt gesprochen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurden landesweit 754 Armeeangehörige festgenommen. 

+++ Neuer Chef des Militärs übernimmt das Kommando +++

In der Türkei übernimmt nach dem Putschversuch ein neuer Militärchef kommissarisch das Kommando. Der staatlichen zufolge wurde General Ümit Dündar als Militärchef ernannt. Wo sich der bisherige Chef des Generalstabs Hulusi Akar aufhielt, war unklar. In der Nacht hatte der Ministerpräsident noch gesagt, Akar habe die Kontrolle und gehöre nicht zu den Putschisten.


+++ Soldaten auf der Bosporusbrücke  geben auf +++

Auf der Brücke über dem Bosporus begann der Putsch, als Soldaten die zentrale Brücke absperrten. In der Nacht kam es zu Gefechten, Schüssen waren zu hören. Ein Video zeigt, wie die Soldaten am frühen Morgen die Waffen niederlegen und sich ergeben.


+++ Luftangriff in der Nähe des Präsidentenpalastes +++

In der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara ist einem Medienbericht zufolge eine Bombe eingeschlagen. Das Geschoss sei von einem Kampfflugzeug über der türkischen Hauptstadt abgeworfen worden, berichtete der Fernsehsender NTV am Samstag. Über dem Stadtteil Bestepe, in dem der Präsidentenpalast liegt, stieg dichter schwarzer Rauch auf. hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffes in Istanbul auf.


+++ 130 Festnahmen +++

130 Menschen seien festgenommen und einer der Putschgeneräle getötet worden, berichtete Ministerpräsident Binali Yildirim nach Angaben des Senders CNN Turk. Der Putsch sei abgewendet worden: "Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle." Präsident Recep Tayyip Erdogan gab sich siegesgewiss.

+++ Atatürk-Flughafen nimmt Betrieb auf +++

Der Atatürk-Flughafen in soll um 6 Uhr Ortszeit den normalen Betrieb aufnehmen, heißt es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft Turkish Airlines.

+++ Mindestens 42 Menschen starben bei Putschversuch +++

Dem türkischen Sender NTV zufolge starben in Ankara mindestens 42 Menschen. mehr als hundert wurden verletzt.

+++ Militär soll Flugzeuge der Putschisten abschießen +++

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat das Militär nach Angaben aus dem Präsidialamt angewiesen, von den Putschisten gekaperte Flugzeuge abzuschießen. Kampfflugzeuge mit einem entsprechenden Auftrag seien von der Luftwaffenbasis Eskisehir abgehoben, hieß es aus dem Präidialamt. Nach einer zeitweisen Besetzung durch Putschisten hat der Sender CNN Türk die Berichterstattung wieder aufgenommen. Soldaten waren in der Nacht zu Samstag in das Redaktionsgebäude in Istanbul eingedrungen, und hatten die Mitarbeiter dazu gezwungen, den Sender zu verlassen.