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Türkisch-israelischer Streit um Gaza-Einsatz: UN fordern zur Versöhnung auf

Die UN bezeichnet Israels Seeblockade im Gaza-Streifen als rechtmäßig. Das schürt neues Feuer im türkisch-israelischen Streit um den Angriff israelischer Truppen auf ein Gaza-Hilfsschiff im vergangenen Jahr. Nun wendet sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besorgt an die Zänker.

Die Vereinten Nationen haben die Türkei und Israel aufgefordert, ihren Streit über den Angriff auf ein Gaza-Hilfsschiff beizulegen. Beide Staaten sollten ihre Beziehungen wieder normalisieren, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstag bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Beide seien wichtige Länder in der Region und wichtig für den Friedensprozess im gesamten Nahen Osten. "Ich hoffe aufrichtig, dass Israel und die Türkei ihre Beziehungen wieder verbessern", sagte Ban. Die Türkei hatte am Freitag den israelischen Botschafter ausgewiesen, Militärabkommen ausgesetzt und ihre diplomatische Präsenz in Israel reduziert.

Hintergrund des Streits ist ein UN-Bericht, der Israel beim Angriff auf ein Gaza-Hilfsschiff vor eineinhalb Jahren unverhältnismäßige Gewalt vorwirft. Damals wurden neun Türken getötet. Die Seeblockade des Gazastreifens durch Israel wird in dem Bericht allerdings als rechtmäßig bezeichnet. Israel lehnt eine Entschuldigung für den Einsatz ab. Die türkische Forderung, die Angehörigen der Opfer finanziell zu entschädigen und die Abriegelung des Gazastreifens zu beenden, weist die israelische Regierung zurück. Sie begründet die Blockade damit, den Waffenschmuggel in das Palästinensergebiet verhindern zu wollen.

liri/Reuters / Reuters