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Schüsse trotz Abkommen: Wieder Tote und heftige Kämpfe in der Ukraine

Trotz Friedensabkommen wird in der Ukraine wieder geschossen. Innerhalb 24 Stunden soll es mindestens vier Tote und 23 Verletzte gegeben haben. Armee und prorussische Rebellen geben sich gegenseitig die Schuld.

Zwei Mädchen in Donetsk stehen vor ihrem zertrümmerten Haus.

Zwei Mädchen stehen in Donetsk vor ihrem zertrümmerten Haus, wo sich das ukrainische Militär und prorussische Separatisten heftige Gefechte geliefert haben

Bei Kämpfen in der Ostukraine sind den Konfliktparteien zufolge erneut zahlreiche Menschen getötet worden. Die Armeeführung und die prorussischen Separatisten machten sich gegenseitig für das Wiederaufflammen der blutigen Gewalt verantwortlich. Der Beschuss durch die Aufständischen sei so massiv wie seit Monaten nicht mehr, sagte ein Militärsprecher am Sonntag in Kiew.

Die militanten Gruppen warfen wiederum der prowestlichen Zentralregierung vor, die Stadt Horliwka ins Visier genommen zu haben. "Wir sind nur einen Schritt vom Krieg entfernt", warnte Separatistenführer Denis Puschilin.

Insgesamt sollen innerhalb von 24 Stunden mindestens vier Menschen getötet und 23 verletzt worden sein. Unabhängige Berichte lagen nicht vor.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) warf den Separatisten vor, Kontrolleuren den Zugang zu schweren Waffen verweigert zu haben. Das Kriegsgerät soll einem Abkommen zufolge eigentlich von der Frontlinie abgezogen sein. Hier hatten OSZE-Beobachter auch noch Defizite bei der Armee festgestellt.

Polens Präsident will Krisengespräche ausweiten

Der polnische Präsident Andrzej Duda soll Medien in Kiew zufolge die Beteiligung seines Landes an Ukraine-Verhandlungen ins Gespräch gebracht haben. Das habe Duda vor kurzem bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko angedeutet, hieß es.

An den Verhandlungen über die Beilegung des blutigen Konflikts im Osten der Ukraine waren seitens der Europäer bisher nur Frankreich und Deutschland beteiligt. Im Februar unterzeichneten die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande sowie in Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Friedensabkommen. Dieses sieht insbesondere eine Waffenruhe vor, die seitdem aber immer wieder gebrochen wird.

jek / AFP
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