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Ukraine: Nato erwägt Großmanöver in Grenzregionen Russlands

Russland provoziert mit Flugmanövern, nun stellt ein Nato-General große Übungen mit bis zu 40.000 Mann in Osteuropa und dem Baltikum in Aussicht. Die Drohgebärden erinnern an den Kalten Krieg.

Die Nato erwägt in den Grenzregionen zu Russland und zur Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten durchzuführen. "Wir haben bisher Großmanöver von 25 000 bis 40 000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der Tageszeitung "Die Welt", ohne jedoch auf Details einzugehen.

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe auf. #link;http://www.stern.de/politik/ausland/nato-russland-fliegt-ungewoehnliche-manoever-ueber-europa-2148947.html;Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.#

Nach den Worten Domröses soll die "Speerspitze" nun größer werden als bisher bekannt. "Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", sagte er. Bislang wurde eine Zahl von 3000 bis 5000 Soldaten genannt. "Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

Großmanöver der Nato an ihrer Ostgrenze dürften Russland verärgern, das dem westlichen Bündnis immer wieder vorwirft, seine Einflusssphäre stetig weiter auszudehnen. Die Nato hat ihre Manöver in Osteuropa seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland bereits massiv ausgeweitet. Erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges zeigt die westliche Militärallianz dem großen Nachbarn im Osten damit wieder die Zähne

haw/DPA/AFP / DPA