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Podcast "Ukraine – die Lage" Militärexperte Masala kritisiert Selenskyjs Vorstoß zu Atomwaffen

Masala kritisiert Selenskyjs Vorstoß zu Atomwaffen
"Nicht glücklich": Wolodymyr Selenskyj
© DPA
Der Militärexperte Carlo Masala hat den Vorstoß des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für einen Angriff auf die russische Nuklearinfrastruktur kritisiert. "Das ist fehl am Platz", sagt der Militärexperte.

Der Militärexperte Carlo Masala hat den Vorstoß des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für einen Angriff auf die russische Nuklearinfrastruktur kritisiert. "Das ist fehl am Platz", sagte der Politikprofessor von der Bundeswehruniversität München am Freitag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage". Masala stellte zugleich klar, dass Selenskyj nicht für einen atomaren Erstschlag gegen Russland geworben habe. Ihm sei es um einen Angriff auf die Infrastruktur russischer Nuklearwaffen gegangen, um deren Einsatz unmöglich zu machen. Auch dies sei aber nicht vorstellbar ohne einen Kriegseintritt von USA und Nato. "Es war, egal wie man es dreht, nicht glücklich", sagte Masala. Russland könne die Äußerungen nun nutzen, um seine Darstellung zu verbreiten, dass der Westen das Land zerstören wolle.

Kampf zwischen den Moskauer Fraktionen nicht entschieden

Die Warnungen des US-Präsidenten Joe Biden vor einem "Armageddon" wertete Masala als erneuten Versuch, Russland vom Einsatz einer taktischen Atomwaffe abzuhalten. Bereits zuvor habe die US-Regierung vor katastrophalen Folgen eines solchen Schritts gewarnt. Bidens Vergleich der jetzäigen Bedrohung mit der Kuba-Krise von 1962 liege nahe. "Das war das letzte Mal, dass so eindeutig mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht wurde", sagte Masala.

Nach seiner Einschätzung ist noch nicht entschieden, ob sich in Moskau die Kräfte durchsetzen, die auf eine Eskalation des Konflikts setzen. Die Beförderung Ramsan Kadyrow zum Generaloberst wertete er als Versuch, den als besonders radikal geltenden tschetschenischen Präsidenten einzubinden und zu "domestizieren". Masala sagte: "Ich glaube nicht, dass das ein Ausdruck davon ist, dass er sich auf die Seite der Hardliner stellt."

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