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Ukraine-Wahl: Vitali Klitschko feiert schon den Sieg

Noch stehen die Wahlergebnisse nicht fest, der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko spricht aber bereits von einem Sieg. Der Block von Poroschenko erhielt laut Umfragen nämlich 23 Prozent.

Bereits im Vorfeld der Wahl hatten Umfragen für die Präsidentenpartei Block Poroschenko, der sich auch der Boxweltmeister Vitali Klitschko angeschlossen hat, einen Sieg vorausgesagt.

Bereits im Vorfeld der Wahl hatten Umfragen für die Präsidentenpartei Block Poroschenko, der sich auch der Boxweltmeister Vitali Klitschko angeschlossen hat, einen Sieg vorausgesagt.

Bei der Parlamentswahl in der Ukraine haben die prowestlichen Parteien am Sonntag laut Nachwahlbefragungen deutlich gesiegt. Der Block des proeuropäischen Präsidenten Petro Poroschenko erhielt den Befragungen zufolge 23 Prozent der Stimmen, die nationalistische Volksfront von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kam demnach auf 21 Prozent. Die Bewegung Samopomitsch des Bürgermeisters von Lwiw kam mit 13 Prozent auf Platz drei. Die prorussische Partei von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch schaffte es demnach mit fast acht Prozent ebenfalls ins Parlament.

Aber auch eine Reihe an rechtsextremen Parteien schaffte es laut den Umfragen in das ukrainische Parlament. Die Partei von Oleg Ljaschko holt demnach mehr als sechs Prozent der Stimmen. Der Rechtspopulist will Separatisten in der Ostukraine ohne Prozess hinrichten und die Ukraine nuklear aufrüsten.

Auch die rechtsextreme Partei "Swoboda" könnte in die Rada einziehen. Sechs Prozent der Wähler sollen sich für die radikalen Nationalisten entschieden haben. "Swoboda" ist unter anderem mit dem rechtsextremen Front National aus Frankreich verbündet.

Insgesamt kamen die prowestlichen und nationalistischen Parteien auf rund 70 Prozent der Stimmen.

Klitschko spricht von Sieg

Die prowestlichen Kräfte in der Ukraine sehen sich nach der Parlamentsneuwahl als Gewinner und in ihrem Streben nach einem EU-Beitritt bestätigt. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von einem Wahlsieg des proeuropäischen Lagers. "Erstmals verfügen die demokratischen Kräfte in der Obersten Rada über die absolute Mehrheit", meinte er am Sonntagabend in Kiew.

"Wir haben maximal zwei Wochen Zeit, eine Koalition zu bilden", sagte Klitschko. Der Ex-Boxweltmeister war als Spitzenkandidat der Präsidentenpartei Petro-Poroschenko-Block angetreten, will das Parlamentsmandat aber nicht annehmen. Er bleibt Rathaus-Chef in Kiew.

Verschärfung des Konflikts droht

Die Wahlbeteiligung fiel jedoch niedrig aus. Bis 16 Ortszeit lag die Beteiligung nach Angaben aus fast allen der insgesamt 198 Wahlkreise bei knapp 41 Prozent, wie die zentrale Wahlkommission mitteilte. In den von prorussischen Separatisten kontrollierten Teilen der Ostukraine fand die Wahl nicht statt. In den Gebieten Donezk und Lugansk war die Beteiligung der Wahlkommission zufolge mit rund 26 und etwa 24 Prozent besonders niedrig.

Etwa fünf Millionen der 36,5 Millionen Wahlberechtigten waren von dem Urnengang ausgeschlossen, da sie auf der von Russland annektierten Krim oder in den von den Rebellen kontrollierten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk leben. Die prorussischen Gegner der Kiewer Regierung wollen die Bürger in den beiden Städten am 2. November wählen lassen, um ihre Macht zu legitimieren.

Die Parlamentswahl könnte die Spaltung des Landes in einen ukrainischsprachigen Westen und einen russischsprachigen Osten daher noch verstärken. 27 der 450 Parlamentssitze sollten auch nach der Wahl unbesetzt bleiben, weil die Wahlkreise in Rebellengebieten oder auf der Krim liegen.

ivi/dho/DPA/AFP / DPA