Umgang mit der Ölpest US-Präsident Barack Obama wehrt sich


US-Präsident Barack Obama sich hat mit scharfen Worten gegen Kritik an seiner Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko gewehrt. "Ich weiß, wem ich in den Hintern treten muss", sagte Obama in einem NBC-Interview.

US-Präsident Barack Obama sich hat mit scharfen Worten gegen Kritik an seiner Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko gewehrt. "Ich weiß, wem ich in den Hintern treten muss", sagte Obama in einem NBC-Interview. Tests bestätigten unterdessen Ölschwaden unter der Wasseroberfläche in fast 230 Kilometern Entfernung von der Stelle, an der Ende April die Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodierte und die verheerende Umweltkatastrophe auslöste.

Untersuchungen der University of South Florida hätten 68 Kilometer nordöstlich des Unglücksortes Öl in mehr als 1.000 Meter Tiefe nachgewiesen, außerdem Schwaden unter der Meeresoberfläche 228 Kilometer südöstlich, sagte Behördensprecherin Jane Lubchenco am Dienstag. Die Konzentration sei allerdings "sehr gering". Der Ölkonzern hat infrage gestellt, ob sich in der Tiefe tatsächlich Ölplacken bilden.

Obama betonte in dem Interview, von dem Auszüge bereits am Montagabend gesendet wurden, er habe eingehend mit verschiedenen Experten über die Katastrophe gesprochen, und dabei handele es sich nicht um rein akademische Diskussionen. Dem Präsidenten war vorgeworfen worden, er kümmere sich nicht ausreichend um die Ölpest. Inzwischen hat er das Gebiet drei Mal besucht.

Mit scharfen Worten kritisierte Obama den Chef des Ölkonzerns BP, Tony Hayward. Dieser hatte gesagt, dass der Golf von Mexiko ein großer Ozean sei und dass "die Folgen des Unglücks für die Umwelt wahrscheinlich sehr, sehr mäßig sein werden".

"Für mich würde er nach solch einem Kommentar nicht mehr arbeiten", sagte Obama über Hayward. Das Weiße Haus versucht, sich mehr und mehr von BP abzusetzen, denn der Konzern wird nicht nur für die Ölpest an sich, sondern auch die lange Zeit untertriebene Darstellung ihres Ausmaßes verantwortlich gemacht. Laut Umfragen denkt eine Mehrheit der US-Bürger, Obama gehe schlecht mit der Krise um. Beim Untergang der von BP geleasten Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April kamen elf Arbeiter ums Leben. Seitdem traten bereits bis zu 189 Millionen Liter Öl ins Meer aus.

Die wachsende Kluft zwischen der Regierung und BP wird dadurch unterstrichen, dass beide Seiten mittlerweile abweichende Zahlen über die Menge des ausgetretenen Öls veröffentlichen. Thad Allen, Admiral der Küstenwache und von der Regierung mit dem Kampf gegen die Ölpest betraut, teilte am Montag mit, dass der Absaug-Trichter über dem lecken Bohrloch mittlerweile 1,75 Millionen Liter Öl am Tag auffängt. BP gab den Wert etwas höher an.

APN APN

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