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Kritik an Missbrauchsaufklärung UN-Funktionärin Pansieri tritt zurück

Die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Flavia Pansieri tritt zurück
Die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Flavia Pansieri tritt nach Kritik an ihrer Arbeit zurück
© Mauricio Dueñas Castañeda/DPA
Nach heftiger Kritik an ihrem Umgang mit einem Missbrauchsskandal wird die stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Flavia Pansieri, von ihrem Amt zurücktreten. In einem internen Vermerk übernahm sie die Verantwortung.

Inmitten der Ermittlungen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ausländische Soldaten in Zentralafrika ist die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Flavia Pansieri zurückgetreten. Die Italienerin habe diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen begründet, sagte eine UN-Sprecherin am Mittwoch. Pansieri arbeitete seit etwa dreißig Jahren für die Vereinten Nationen, vor drei Jahren wurde sie zur Stellvertreterin des UN-Menschenrechtskommissars berufen.

Kritiker hatten der UNO nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Missbrauchsskandals vorgeworfen, zu zögerlich reagiert zu haben. Pansieri war im Sommer 2014 von einem UN-Mitarbeiter über die Vorwürfe informiert worden. Öffentlich wurde der Skandal aber erst im April 2015 durch einen Bericht des "Guardian".

Pansieri hatte eingeräumt, dass sie Missbrauchsvorwürfe gegen französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik nicht wirksam verfolgt hatte. Die Soldaten waren allerdings nicht Teil der UN-Truppen. Zu den Opfern hatten Minderjährige gehört. Die Vorfälle sollen sich zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 ereignet haben. Pansieri hatte im März 2015 intern eingeräumt, dass sie seit September 2014 von den Vorwürfen gewusst, sie aber nicht weiter
verfolgt habe.

"Nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt"

"Ich übernehme die volle Verantwortung, der Angelegenheit nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt zu haben", schrieb Pansieri in einem internen Vermerk. Auch in Frankreich waren die Ermittlungen verschleppt worden.

Mehrere Kinder hatten ausgesagt, zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 Opfer sexueller Gewalt am Flughafen der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui geworden zu sein, der damals von französischen Soldaten gesichert wurde. Die Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren sollen gegen Essen oder Geld zu Sex gezwungen worden sein. Außer 14 französischen Soldaten werden auch mehrere Soldaten aus dem Tschad und aus Äquatorialguinea verdächtigt.

Die UNO setzte in dem Fall inzwischen eine unabhängige Untersuchungskommission ein, erste Ergebnisse sollen im September vorliegen. Gegen die französischen Soldaten wird in ihrem Heimatland ermittelt.

mka DPA AFP

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