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Wegen Ukraine-Krieg Unionspolitiker fordern: Keine Urlaubs-Visa mehr für russische Touristen

Reisen in Corona-Zeiten: Menschen am Badestrand bei Santa Reparata auf Sardinien
Entspannen am Strand auf Sardinien? Das sollte für russische Touristen in Zukunft tabu sein, zumindest wenn es nach dem Willen einiger Politiker von CDU und CSU geht
© Helmut Corneli / Picture Alliance
Pjönjang statt Paris – auf diese griffige Formel bringen es Politiker von CDU und CSU, die jetzt dazu aufgerufen haben, russischen Touristen keine Urlaubsvisa in der EU auszustellen.

Unionspolitiker haben ein Aussetzen der Vergabe von Touristenvisa an russische Staatsbürger gefordert. "Urlaubs-Visa für Russen müssen gestoppt werden. Urlaubsziele dürfen in Putins Russland nicht länger Paris und Porto sondern Pjöngjang und Peking heißen", sagte die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion, Andrea Lindholz (CSU), der "Bild". Es gehe darum, auch der russischen Bevölkerung klare Zeichen zu setzen.

Der Europapolitiker Dennis Radtke (CDU) sagte der Zeitung, es sei "unerträglich, dass Russen in Europa Urlaub machen und ihr Geld verjubeln, als sei nichts geschehen". Deutschland und Europa drohten aktuell "bei den Sanktionen und bei den Waffenlieferungen einzuschlafen". Wer Putin stoppen wolle, dürfe jetzt nicht locker lassen, sondern müsse mit einer Touristenvisa-Sperre für russische Staatsbürger nachlegen.

Visa für russische Touristen: Mehrere Länder unterbinden Einreise

Wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine hatten in den vergangenen Wochen mehrere Länder die Vergabe von Schengen-Visa an Russen im Alleingang eingestellt. Dazu gehören Estland, Lettland, Litauen und Tschechien. Finnland will ab September folgen, Polen erwägt eine ähnliche Regelung. Dänemark dringt auf eine EU-Lösung und will sonst ebenfalls selbst handeln.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hatten sich zuletzt ablehnend zu entsprechenden Vorschlägen geäußert.

kng DPA

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