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Unruhen in Kenia: "Wir haben längst Bürgerkrieg"

In Kenia dreht sich die Spirale der Gewalt immer schneller: Nun wurde erneut ein Oppositionspolitiker erschossen, angeblich rufe die Regierung gezielt zum Mord an Rivalen auf. Zu stern.de sagte ein Krieger, dass das Attentat sehr bald gerächt werde.

Von Christian Parth

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist in Kenia ein Mitglied des oppositionellen Orange Democratic Movement (ODM) getötet worden. Nach Melitus Mugabe Were ist das Parlamentsmitglied David Kimutai Too in Eldoret einem Attentat zum Opfer gefallen. Im Land erhärtet sich nun das Gerücht, dass die Regierung gezielt zu den Tötungen der politischen Rivalen aufgerufen habe.

Es war gegen zehn Uhr heute Morgen, als David Kimutai vor dem Hotel "West Indies" in Eldoret von einem Polizisten in Uniform erschossen wurde. Augenzeugen zufolge, soll der Schütze von einem Motorrad aus die tödlichen Schüsse abgegeben haben. Anschließend habe er versucht, in Richtung ugandischer Grenze zu flüchten. Auf dem Weg dorthin soll er dann selbst angeschossen und verhaftet worden sein. Der ODM-Politiker und ehemalige Schuldirektor war angeblich in Begleitung einer Frau, die bei dem Attentat ebenfalls verletzt worden sei und derzeit in einem Krankenhaus behandelt werde.

Die Morde stürzen Land immer weiter ins Chaos

Die Morde an Kimutai und Were stürzen das Urlaubsland in Ostafrika immer weiter in ein blutiges Chaos. Seit den Wahlen am 27. Dezember, die angeblich manipuliert worden waren, liefern sich Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga einen erbitterten Machtkampf, der zugleich alte Stammesfehden neu entfacht hat. In Eldoret, Region Rift Valley, machen Angehörige der Kalenjin-Volksgruppe seit Wochen Jagd auf die Kikuyu, denen auch Präsident Kibaki angehört. Doch Morde wie der an Kimutai zeigen, dass sich die Stammeskriege nicht mehr einfach entlang der Grenzen zwischen Opposition und Regierung bewegen.

Denn der Attentäter gehört nach Informationen von stern.de dem Stamm der Kisi an und dessen Bevölkerung wiederum ist in beide politische Lager gespalten. Dennoch sagen die Kalenjin-Krieger zu stern.de, nun auch sämtliche Kisi aus dem Rift Valley vertreiben zu wollen. "Wir können den Mord an Kimutai nicht einfach so hinnehmen", sagt einer ihrer Anführer in Eldoret. "Wir haben für die kommende Nacht einige Operationen geplant." Bereits am Mittag sollen mehrere Häuser der Kisi in Brand gesteckt worden sein. Ob es dabei auch Tote gab, ist noch unklar. "Alle behaupten, wir wären am Rande eines Bürgerkriegs", sagt der Krieger. "Die Wahrheit ist doch: Wir sind schon mittendrin."

Unterdessen bemühen sich internationale Vermittler um eine Lösung für das krisengeschüttelte Kenia. Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat beiden politischen Rivalen eine vierteilige Agenda vorgelegt, mit deren Hilfe das Land kurzfristig befriedet werden soll. Darunter befindet sich auch ein Vorschlag, der eine Machtteilung zwischen Kibaki und Odinga vorsieht. Im äthiopischen Addis Abeba haben sich außerdem hochrangige Mitglieder der Afrikanischen Union (AU) zu einem Gipfeltreffen eingefunden, um Kenias Krise zu diskutieren. Allein die Einsicht der betroffenen Regierung lässt auf sich warten. Präsident Kibaki gibt sich als Kritik resistenter Diktator, der sich nach wie vor jede Einmischung von außen verbittet. "Wir haben genug Möglichkeiten, unsere Probleme selbst in den Griff zu bekommen", teilte Kenias Außenminister Moses Wetangula mit. Ein Gipfelteilnehmer gab sich empört: "Sie tun wirklich so, als wäre überhaupt nichts passiert."

Kibakis eigene Strategien zur Problemlösung sind inzwischen bekannt. Schwer bewaffnete Polizisten bekämpfen jeden aufkeimenden Protest mit dem Einsatz scharfer Munition. Anfang der Woche kreisten erstmals auch Armee-Hubschrauber über den beiden großen Slums von Nairobi, um die kritische Masse mit Schüssen aus der Luft in Schach zu halten. Offiziell sollen seit den gescheiterten Wahlen Ende Dezember rund 900 Menschen getötet worden sein.

900 oder mehrere Tausend Todesopfer

Kritiker bezeichnen die Zahlen als Lüge. Inoffiziell sollen bereits mehrere Tausend Menschen den Gewaltakten zum Opfer gefallen sein, mindestens 300.000 Menschen sind aufgrund des ethnischen Konflikts auf der Flucht.

An eine Versöhnung der Stämme glaubt in Eldoret inzwischen niemand mehr. Selbst wenn Odinga an die Macht kommt, wird das Land gespalten bleiben, glauben die Einwohner. Kalenjin im Osten und Kikuyu im Zentrum Kenias. Doch selbst bis zu dieser Lösung ist es noch ein beschwerlicher Weg. Die Wirtschaft in Eldoret ist nahe am Kollaps. Die zahlreichen Straßenblockaden haben die Versorgung mit Lebensmitteln lahm gelegt. Um den Druck auf Kibaki zu erhöhen, hat Odinga obendrein zum umfassenden Wirtschaftsboykott aufgerufen. Das Volk soll alle Unternehmen meiden, die dem Präsidenten nahe stehen.

An der Basis ist das längst Realität. Peter Njuguna gehört zu den wenigen Kikuyu, die Eldoret nicht verlassen. Er wohnt in Munyaka, einem Slum im Norden Eldorets, der immer wieder Ziel von Angriffen der Kalenjin-Krieger ist. Schon einmal hat er kürzlich nachts sein Haus mit Machete und Steinschleuder verteidigt. Tagsüber verkauft der 43-Jährige im Zentrum der Stadt aus einer schwarzen Metallkiste heraus Zigaretten und Süßigkeiten. Doch seit die Kalenjin nicht mehr kommen, laufen die Geschäfte kaum noch. Er würde gerne abhauen, mit seiner Frau und den fünf Kindern. Allein das Geld fehlt ihm und wie ein Bettler am Straßenrand stehen mit ein paar Stühlen und Tischen und hoffen, dass irgendjemand ihn mitnimmt, will er auch nicht. "Was habe ich denn falsch gemacht?", fragt er. "Ich habe gewählt wie alle anderen und jetzt soll ich dafür sterben?"

Peter Njuguna will in Munyaka bleiben. Aber genauso wie sein Land wird er in den Nächten nicht zur Ruhe kommen. Er weiß, dass die Kalenjin bald erneut zuschlagen. Aber dann wird er wieder kämpfen. Bis die zornigen Krieger sie endlich in Ruhe lassen. Oder er seinen letzten Stein geworfen hat.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(