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Kenia: Blutige Abrechnungen

Seine einzige Kuh konnte er gerade eben noch so wegzerren, als der Mob kam. Der fackelte alles ab, was ihm im Weg stand. Wie Samuel Mbatias kleine Farm. Roland Brockmann war mit der Welthungerhilfe zu den Flüchtlingscamps im Rift Valley unterwegs.

Samuel Mbatia hat alles verloren. Fassungslos steht das Familienoberhaupt vor den ausgebrannten Hütten seiner kleinen Farm, deren verkohlte Wände nun bizarr vor dem strahlend blauen Himmel in Rongai aufragen. Da wo einst Tische, Betten und Stühle standen, liegt jetzt eine Meter hohe Schicht aus Asche: die Reste verbrannten Strohdachs. Aus der Asche ragen zwei Kaffeebecher aus Metall. Mehr hat das Feuer nicht überstanden. Nicht nur die letzte Ernte, auch die Saat für die Zukunft ist zerstört.

Ihre einzige Kuh konnte die 16-köpfige Familie mit sich zerren, als der Mob vom Stamm der Kalenjin kam, um sie mit Pfeil und Bogen am helllichten Tag zu vertreiben. Hühner und Ziegen haben die Angreifer gestohlen. In Panik war Samuel mit seiner Frau, den Kindern und Enkelkindern über die Äcker zu einer nahegelegenen Krankenstation geflohen.

Verfolgte im eigenen Land

Jetzt campieren sie dort mit über tausend anderen Kikuyu. Sie sind Verfolgte im eigenen Land. Ein paar hundert Meter weiter haben inzwischen auch Polizeikräfte ihr Lager aufgeschlagen. Vorerst also sind sie in Sicherheit, schlafen unter einem Dach auf dem Betonboden einer offenen Halle. Von der Welthungerhilfe haben sie Decken, Wasserkanister und Kochtöpfe bekommen: Eines von 5000 Ersthilfepaketen, finanziert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, die das Notfallteam im Nordwesten des Landes verteilt.

Woher dieser plötzliche Hass unter den Ethnien? Samuel, 54, sagt, er verstünde es selber nicht. Dabei sollte er es wissen, denn schon einmal wurde der Bauer vertrieben. Vor fünfzehn Jahren. Auch von Kalenjin und auch damals waren Wahlen in Kenia - noch unter dem autoritären Herrscher Daniel A. Moi, selbst Kalenjin. Samuel beschloss nach Rongai umzusiedeln, dahin, wo er geboren wurde. Er tauschte privat sein Land mit einem Kalenjin. Und jetzt will man ihn auch von dort fortjagen.

Entfesselte Wut der Kalenjin und Luo

Entlang dem Weg von Rongai über Molo nach Eldoret zeugen bis auf den Boden abgebrannte Häuser von der entfesselten Wut der Kalenjin und Luo, die sich um "ihren" Sieg bei der Wahl Ende Dezember betrogen fühlen, und nun Rache nehmen an Menschen, die gestern noch ihre Nachbarn waren und heute Feinde sind, nur weil sie dem selben Stamm angehören, wie der an seiner Macht festhaltende Präsident: Mwai Kibaki, einem Kikuyu.

Es scheint, als würden die Rivalitäten unter den über vierzig Ethnien des Landes immer dann ausbrechen, wenn sich an der Machtspitze des Landes etwas ändern könnte. Denn Kenias Politiker unterstützen stets zuvorderst ihre eigenen Leute. Unter dem Gründungspräsidenten Jomo Kenyatta, einem Kikuyu, konnte der größte Stamm des Landes im Nordwesten günstig fruchtbares Land erwerben, das zuvor durch die britische Kolonialmacht kontrolliert worden war, aber traditionell von Massai, Luo und Kalenjin bewohnt wurde. Damit begann im Grunde alles Unheil und der Kampf ums Land: der wahren Ursache hinter den aktuellen Auseinandersetzungen.

Ventil für ein aufgestautes Gefühl der Ungerechtigkeit

"Die Wahlen haben nur das Ventil für ein über Jahrzehnte aufgestautes Gefühl der Ungerechtigkeit geöffnet", glaubt Sidney, 23, ein freiwilliger Helfer im Flüchtlingscamp von Eldoret, wo über inzwischen über 13.000 Menschen in Zelten hausen. "Schuld daran sind vor allem die Politiker. Beide Parteien haben bei ihren Kampagnen bewusst das ethnische Zugehörigkeitsgefühl der Menschen ausgenutzt und damit das schwelende Feuer noch geschürt."

Nun brennen Häuser, ist das kalkulierte Manöver außer Kontrolle geraten. Daran konnte auch das symbolische Händeschütteln von Oppositionsführer Raila Odinga und Präsident Mwai Kibaki nichts ändern. Das Bild ging durchs ganze Land, doch die Botschaft kommt bei den aufgehetzten Leuten im Rift Valley nicht an: Noch in der Nacht nach dem von Kofi Annan moderierten Treffen gingen wieder Mitglieder rivalisierender Stämme mit Macheten aufeinander los. Denn längst üben auch bewaffnete Kikuyu kollektive Rache an den Kalenjin und Luo. In der Region um die Provinzhauptstadt Nakuru starben zuletzt fast siebzig Menschen. Die Regierung entsandte erstmals Armeeeinheiten zur Unterstützung der Polizei und verhängte für Nakuru eine nächtliche Ausgangssperre. Allein im nahegelegenen Naivascha wurden 25 Menschen getötet. Seit zwei Tagen gilt Kisumu am Viktoriasee, Hochburg von Raila Odinga, als "No-Go-Area" für Hilfsorganisationen.

Welthungerhilfe gerät in Straßensperre

Auf dem Rückweg von Eldoret gerät auch die deutsche Welthungerhilfe in eine von Jugendlichen improvisierte Straßensperre. Aufgebrachte Menschen umringen das Fahrzeug, schlagen mit ihren Händen aufs Autodach. Vor allem für die lokalen Mitarbeiter im Wagen eine gefährliche Situation. Denn plötzlich droht allein die ethnische Zugehörigkeit zum Todesurteil zu werden. Zum Glück kann sich der Fahrer mit dem Mob verständigen, das Fahrzeug schließlich passieren. Aber die deutsche Einsatzleiterin, entscheidet den Hilfseinsatz vorerst abzubrechen. "Es ist einfach zu riskant", sagt Birgit Zeitler.

Zurück bleiben die Flüchtlinge wie Samuel. Es sind bereits über 250.000. Und täglich werden es mehr. Aber diesmal will jedenfalls der Kikuyu nicht weichen – Rongai sei seine Heimat. Doch ohne eine tiefgreifende Lösung der Landfrage wird der Nordwesten Kenias nicht zur Ruhe kommen.

Roland Brockmann
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(