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Unruhen in Libyen Rebellen flüchten aus Ras Lanuf


Gaddafis Truppen rücken immer weiter Osten vor, den die Rebellen noch beherrschen. Der Sohn des Revolutionsführers kündigt an, niemals aufgeben zu wollen.

Die libysche Führung wird sich nach eigenen Angaben niemals den Rebellen ergeben. "Das ist unser Land, wir werden niemals aufgeben und uns niemals ergeben", sagte der Sohn von Machthaber Muammar al Gaddafi, Seif al Islam, britischen Medien. Er erklärte angesichts der Krisengespräche von EU und Nato: "Das libysche Volk wird die Nato und die USA niemals willkommen heißen." Die libysche Führung habe keine Angst vor ausländischen Truppen. Diese würden den Kampf verlieren, sagte er in einem Interview mit britischen Fernsehsendern.

Bei einem Treffen mit jungen Regierungsanhängern sagte Islam, der Sieg sei nahe. Seinen "Brüdern und Verwandten" im Osten des Landes, die um Hilfe gebeten hätten, sage er: "Wir kommen." Die libysche Armee rücke weiter nach Osten vor.

"Wir sind besiegt"

Die Ölstadt Ras Lanuf sei von Aufständischen "geleert" und die Gaddafi-treuen Truppen befänden sich auf dem Weg nach Bengasi, hieß es im Staatsfernsehen. Die Truppen seien dabei, die Ölstadt Brega weiter östlich zurückzugewinnen. Bei Bombardierungen bei Ras Lanuf wurden nach Angaben einen Krankenhausmitarbeiters in Brega mindestens vier Menschen getötet und 35 verletzt. In dutzenden Fahrzeugen flohen Rebellen aus der Stadt. "Wir sind besiegt", sagte ein aufständischer Kämpfer. Die westlibysche Stadt Sawija, 40 Kilometer westlich von Tripolis, stand Zeugen zufolge unter der Kontrolle der regierungstreuen Truppen.

Die EU einigte sich indes auf verschärfte Sanktionen gegen Tripolis, ringt jedoch weiter um eine gemeinsame Position zum weiteren Vorgehen. Paris preschte mit der Anerkennung der libyschen Opposition als Vertreter des Landes und der Forderung nach gezielten Luftangriffen vor. Viele Länder reagierten mit Unverständnis auf die Entscheidung, den Rat als rechtmäßige Vertretung anzuerkennen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, es würden "Staaten anerkannt", keine Regierungen und auch keine Oppositionen.

Nato wartet auf Mandat des Sicherheitsrates

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich angesichts der Diskussion um militärische Mittel in Libyen überrascht, "mit welcher Schnelligkeit bestimmte Fragen ins Auge gefasst werden". "Wir müssen sehr aufpassen, dass wir nichts beginnen, was wir nicht zu Ende bringen können", sagte die Kanzlerin. Auch Westerwelle warnte vor einem militärischen Eingreifen in Libyen.

Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen sagte, Voraussetzung für eine Flugverbotszone sei ein "klares Mandat" des UN-Sicherheitsrats. Dieser erklärte, die Treffen der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union abwarten zu wollen. Die Nato-Länder beschlossen, ihre Präsenz im Mittelmeer nahe Libyens Küste zu verstärken.

nik/DPA DPA

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