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Libyen im Überblick USA begrüßt Forderung nach einer Flugverbotszone


Die Arabische Liga hat sich für die Einrichtung einer Flugverbotszone in Libyen ausgesprochen. Die USA begrüßte die Forderung. Bei Kämpfen in Libyen wechseln Soldaten in Gaddafis Truppen die Fronten.

+++ 03:45 Uhr: Gaddafi-Soldaten wechseln die Seite +++

Beim Vormarsch libyscher Regierungstruppen auf die Stadt Misrata im Westen des Landes haben nach Darstellung von Aufständischen 32 Soldaten die Fronten gewechselt. Sie hätten sich der Opposition angeschlossen, sagte einer der Rebellen am Samstag. Der Bericht konnte zunächst nicht von unabhängigen Quellen bestätigt werden. Nach Darstellung der Rebellen ist unter den 32 Militärangehörigen auch ein General. Sie seien Mitglied einer Brigade gewesen, die von einem Sohn des Machthabers Muammar Gaddafi geführt wird. Misrata, das etwa 300.000 Einwohner hat, ist die letzte Stadt im Westen des Landes, die noch von Aufständischen beherrscht wird.

+++ 13. März, 2011 +++

+++ 23:06 Uhr: USA begrüßen die Forderung einer Flugverbotszone+++

Die USA haben die Forderung der Arabischen Liga nach einer Flugverbotszone über Libyen begrüßt. Damit werde der Druck auf Machthaber Muammar el Gaddafi verstärkt, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Samstag in Washington. Zugleich sei die Erklärung der arabischen Staaten eine klare Unterstützung für das libysche Volk. Die internationale Gemeinschaft sei "vereint" in ihrem Ziel, die Gewalt in dem nordafrikanischen Land zu beenden.

+++ 21:01 Uhr: Kameramann wird in Libyen getötet +++

Ein Kameramann des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira ist am Samstag in der Nähe der libyschen Hafenstadt Bengasi getötet worden. Ali Hassan al-Dschaber sei beim Dorf Hawari mit seinem Team in einen Hinterhalt geraten, teilte der Sender mit. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Bengasi wird von den Aufständischen kontrolliert, die gegen das Regime von Staatschef Muammar al-Gaddafi kämpfen. Reporter in der Region berichteten aber zuletzt von einer unsicheren Lage außerhalb der Städte und abseits der Hauptverkehrsstraßen.

+++ 17:43 Uhr: Arabische Staaten fordern Flugverbotszone+++

Die Außenminister der Arabischen Liga haben den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, eine Flugverbotszone über Libyen zu verhängen. Dies verlautete auf einem Treffen der Außenminister der Mitgliedsländer der Organisation, berichtete das ägyptische Nachrichtenportal egynews. Lediglich die Vertreter Syriens und Algeriens schlossen sich dem Aufruf nicht an, hieß es.

+++15:54 Uhr: Gaddafi-Truppen erobern Ras Lanuf zurück +++

Gaddafis Truppen haben am Samstag in Kämpfen mit Aufständischen im Osten des Landes Boden gutgemacht. Unter Einsatz von schweren Waffen und Kampfflugzeugen brachten sie den Ölhafen Ras Lanuf unter ihre Kontrolle, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija und Al Dschasira. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Position am Mittelmeer waren tagelang mit wechselndem Erfolg geführt worden. Erst am Vortag hatten die Rebellen Ras Lanuf zum zweiten Mal erobert.

+++ 13:43 Uhr: Nationalrat fordert Arabische Liga auf, ihn anzuerkennen +++

Der nationale Übergangsrat der Gegner von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi hat von der Arabischen Liga die Anerkennung als rechtmäßige Vertretung des Landes gefordert. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. In einem Schreiben an Liga-Generalsekretär Amr Mussa forderte der Übergangsrat die Organisation zudem auf, durch die Zustimmung zu einer Flugverbotszone "dem Blutvergießen ein Ende zu setzen". Der Brief wurde Mussa durch eine Delegation des Übergangsrates in Kairo übergeben.

+++ 13:20 Uhr: Arabische Länder über Flugverbotszone uneinig +++

Pläne zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen stoßen der Nachrichtenagentur DPA zufolge bei einigen arabischen Staaten auf Widerstand. Arabische Diplomaten erklärten vor Beginn der Sitzung der Arabischen Liga in Kairo, diese Staaten befürchteten, dass dies eine "ausländische Einmischung" nach sich ziehen könnte. Es müsse verhindert werden, dass Libyen zu einem neuen Irak werde, sagte ein Diplomat. Unabhängige Beobachter vermuteten, dass der Widerstand gegen die Flugverbotszone vor allem von der syrischen Führung ausgeht. Diese befürchte, dass dies einen Präzedenzfall schaffen könnte, der später auch ein Eingreifen zu Gunsten von Regimegegnern in Syrien möglich machen könnte.

+++ 13:15 Uhr: Mehr als 10 Milliarden Euro aus Libyen auf deutschen Banken +++

Bei deutschen Banken liegen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mehr als zehn Milliarden Euro libyscher Herkunft. Allein bei der Bundesbank gebe es ein Konto mit einem libyschen Guthaben von 1,96 Milliarden Euro, berichtete das Magazin am Samstag vorab.

+++ 12.56 Uhr: Kämpfe um Ras Lanuf halten weiter an +++

Die Kämpfe um die Öl- und Hafenstadt Ras Lanuf dauern weiter an. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira ist nicht klar, ob Gaddafi-Truppen oder Rebellen die Stadt im Nordosten Libyens kontrollieren. Gaddafi-Truppen sollen zunehmend Gebiete im Osten des nordafrikanischen Landes einnehmen. Brega sei die letzte Stadt, die am Samstag von libyschen Regierungstruppen angegriffen wurde. Die Rebellen ziehen sich dem Nachrichtensender zufolge aus der Stadt zurück.

+++ 11:32 Uhr: Treffen der Arabischen Liga um drei Stunden verschoben +++

Der Beginn des Treffens der Außenminister der Arabischen Liga wurde um drei Stunden auf 14.00 Uhr (13 Uhr MEZ) verschoben. Das gab die Organisation an ihrem Sitz in Kairo bekannt. Gründe dafür wurden nicht genannt.

+++ 09:08 Uhr: Chef der Arabischen Liga ist für Libyen-Eingriff +++

Der Chef der Arabischen Liga, Amr Mussa, befürwortet ein Eingreifen internationaler Kräfte in Libyen. "Ich rede von einer humanitären Aktion. Es geht darum, mit einer Flugverbotszone dem libyschen Volk in seinem Freiheitskampf gegen ein zunehmend menschenverachtendes Regime beizustehen", sagte Mussa dem Magazin "Spiegel". Wer die Zone militärisch durchsetzen würde, richte sich nach der Beschlusslage im UN-Sicherheitsrat.

+++ 08:10 Uhr: Arabische Liga will über Flugverbotszone beraten +++

Die Außenminister der Arabischen Liga wollen heute auf einem Krisentreffen über die Situation in Libyen beraten. Dabei stünden auch der Abbruch der Beziehungen zur Regierung von Muammar Gaddafi und die Anerkennung des Nationalrats in Benghasi als einizige rechtmäßige Vertretung des libyschen Volkes im Vordergrund. Das hat ein Vertreter der Arabischen Liga dem arabischen Nachrichtensender Al Dschasira mitgeteilt. Eine Abstimmung der Staaten sei notwendig. Des Weiteren soll über die mögliche Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen beraten werden.

liri/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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