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Urananreicherung: Iran und Russland erzielen Abkommen

Der Iran und Russland haben sich laut Agenturberichten im Prinzip auf eine gemeinsame Uran-Anreicherung geeinigt. Die Idee ist, iranisches Uran auf russischem Boden anzureichern.

Der Iran hat eigenen Angaben zufolge im Streit um sein Atomprogramm eine grundsätzliche Einigung mit Russland erzielt. Es sei ein "Basisabkommen" zur geplanten Anreicherung von Uran erzielt worden, sagte ein hochrangiger Unterhändler in der Hafenstadt Buschehr. Details nannte er nicht. Die Gespräche gingen in den kommenden Tagen in Russland weiter, fügte er hinzu.

Auslagern in internationales Gemeinschaftsunternehmen

Russland und der Iran hatten sich in der vergangenen Woche zu Gesprächen in Moskau getroffen. Am Freitag war ein russischer Unterhändler in Teheran zu Verhandlungen eingetroffen, auch ein Vertreter Chinas reiste an. Gegenstand der Diskussion ist ein russischer Kompromissvorschlag, nach dem die Urananreicherung in ein internationales Gemeinschaftsunternehmen ausgelagert werden soll. Damit soll sichergestellt werden, dass der Brennstoff nicht für Atomwaffen eingesetzt wird.

Gespräche bis zur IAEA-Sitzung

Frühere Gespräche zu dem russischen Vorschlag hatten keinen Durchbruch gebracht. Der russische Chefunterhändler Sergej Kirijenko besuchte am Sonntag im Iran das im Bau befindliche umstrittene Atomkraftwerk Buschehr. Er erklärte nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, Moskau wolle den Streit um das iranische Atomprogramm im Rahmen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) lösen. Die IAEA kommt am 6. März zu einer Sitzung zu dem Thema zusammen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, bis zu diesem Datum würden die Kontakte fortgesetzt. Teheran müsse die internationale Gemeinschaft davon überzeugen, dass es nicht nach Atomwaffen strebe, sagte Kirijenko, der Chef der russischen Atomfirma Rosatom ist, bereits am Samstag. Dies halte er ohne Zweifel für möglich. Kirijenko äußerte sich laut ITAR-Tass auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem iranischen Wirtschaftsminister Dawud Danesch Dschafari. Dschafari erklärte, Teheran sei auf Sanktionen vorbereitet, rechne jedoch nicht damit, dass diese tatsächlich verhängt würden. Schließlich verstoße der Iran nicht gegen geltende Gesetze oder Verträge.

Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran bestreitet dies und beharrt auf ihrem Recht zur friedlichen Nutzung von Atomenergie. Am 6. März berät die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien über das weitere Vorgehen in dem Konflikt.

AP/Reuters / AP / Reuters