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US-Bundesstaat Oregon: Gouverneur legt Todesstrafe auf Eis

John Kitzhaber, Gouverneur im US-Bundesstaat Oregon hat eine Entscheidung getroffen: Todesurteile werden im Laufe seiner Amtszeit nicht mehr ausgeführt. Für den Mediziner eine klare Konsequenz seiner Erfahrungen in der Vergangenheit.

Zweimal schon musste US-Gouverneur John Kitzhaber sich zwischen seinem hippokratischen Eid und seinem Eid als Staatsdiener entscheiden. Sowohl 1996 als auch 1997 votierte Oregons Gouverneur für die Todesstrafe. Heute sagt er, diese Entschlüsse hätten ihn nie wieder losgelassen, er bereue sie seit Jahren. "Das waren die quälendsten und schwierigsten Entscheidungen, die ich als Gouverneur treffen musste", erklärte der Demokrat. "In den vergangenen 14 Jahren habe ich sie immer und immer wieder in Frage gestellt."

Kitzhaber hat sein Medizinstudium an der Oregon Health and Science University abgeschlossen und anschließend als Arzt in der Notaufnahme gearbeitet. 1979 begann er seine politische Karriere und wurde 1995 schließlich Gouverneur von Oregon. Anfang 2011 eroberte er sein Amt nach einer Pause zurück. Jetzt stand der Mediziner wieder vor dem gleichen Gewissenskonflikt und zog Konsequenzen.

"Ungerechtes" Justizsystem in Amerika

Bis auf Weiteres wird der US-Bundesstaat Oregon auf die Vollstreckung von Todesurteilen verzichten. Kitzhaber kündigte am Dienstag ein Moratorium bis zum Ende seiner Amtszeit an. Er begnadigte einen zum Tod verurteilten Häftling, der eigentlich am 6. Dezember hingerichtet werden sollte, und erklärte zugleich, in seiner Zeit als Gouverneur werde er keine Exekutionen mehr genehmigen.

Er glaube weder, dass Hinrichtungen seinen Staat sicherer, noch, dass sie die Gesellschaft der USA zu einer besseren gemacht hätten. Zudem sei er mit dem "ungerechten" Justizsystem seines Landes nicht einverstanden, erklärte Kitzhaber. So komme es vor, dass Menschen für Verbrechen mit Gefängnis bestraft würden, während andere für vergleichbare Vergehen die Todesstrafe erhielten.

Oregon wird mit dieser Entscheidung zum fünften US-Staat, der sich in den vergangenen Jahren klar von der existierenden Todesstrafe distanziert. 2004 machte New York den Vorreiter - zwischen 2007 und 2011 folgten New Jersey, New Mexico und Illinois. Auf dem Papier existiert die Todesstrafe noch in 34 US-Bundesstaaten, nur zwölf von ihnen wandten sie im vergangenen Jahr aber an. Im Jahr 2010 wurden in den USA 46 Menschen hingerichtet.

hw/AFP / AFP
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