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Parteitag der US-Demokraten "Nero fiedelte, als Rom brannte. Trump spielt Golf": Sanders vergleicht US-Präsidenten mit römischem Kaiser

Die US-Demokraten haben am Montagabend ihren viertägigen Nominierungsparteitag für den Präsidentschaftskandidaten Joe Biden begonnen. Auch frühere Rivalen wie der Senator Bernie Sanders treten dabei auf. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet statt der traditionellen Wahlparty der Kern der Veranstaltung virtuell in zweistündigen Blöcken zur besten Sendezeit statt. Zum Start Veranstaltung sprach Philonise Floyd, Bruder des bei einem Polizeieinsatz getöteten George Floyd. Vier Jahre nach ihrem Auszug aus dem Weißen Haus machte sich auch Michelle Obama für Biden stark. Donald Trump sei der falsche Präsident für das Land. Sie habe selbst an der Seite ihres Mannes und früheren Präsidenten Barack Obama erfahren, wie machtvoll das Amt sei, aber auch wie schwer. Man könne sich in diesem Job nicht durchschummeln, sagte sie in Bezug auf den amtieren Präsidenten. Obama forderte die US-Bürger auf, frühzeitig die Briefwahl zu nutzen, um sicherzugehen, dass die Stimmzettel auch rechtzeitig ausgewertet werden können.
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Die US-Demokraten haben ihren von der Corona-Pandemie gekennzeichneten virtuellen Parteitag gestartet. Einen besonders bemerkenswerten Auftritt hatte Ex-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders.

Es war die denkwürdigste Zeile des Abends: Auf dem Parteitag der US-Demokraten hat der frühere Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders Amtsinhaber Donald Trump am Montagabend (Ortszeit) Unfähigkeit im Umgang mit der "gewaltigen Gesundheitskrise", einem drohenden "wirtschaftlichen Zusammenbruch", Rassismus und dem Klimawandel attestiert und erklärt: "Nero fiedelte, als Rom brannte. Trump spielt Golf."

Der Legende zufolge soll der römische Kaiser Nero im Jahr 64 auf dem Dach seines Palastes Leier gespielt und gesungen haben, während unter ihm die Stadt in Flammen stand. Diese Darstellung gilt jedoch als widerlegt.

Sanders nennt Trump Bedrohung für die Demokratie

Sanders nannte die Präsidentschaftswahl am 3. November in einer Videoansprache die wichtigste in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten. "Als Antwort auf die beispiellosen Krisen, mit denen wir konfrontiert sind, brauchen wir eine beispiellose Reaktion - eine Bewegung von Menschen, die wie nie zuvor bereit sind, für Demokratie und Anstand und gegen Gier, Oligarchie und Bigotterie aufzustehen und zu kämpfen", erklärte der 78-Jährige.

Sanders war der letzte ernstzunehmende Rivale von Joe Biden im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Die Ikone der Linken warf schließlich im April das Handtuch und machte damit den Weg für Bidens Präsidentschaftskandidatur frei. Jetzt rief der Senator aus Vermont seine Anhänger auf, im November für Biden zu stimmen und Trump abzuwählen.

Trump sei "eine Bedrohung für unsere Demokratie", sagte Sanders. "Die Zukunft unserer Demokratie steht auf dem Spiel. Die Zukunft unserer Wirtschaft steht auf dem Spiel. Die Zukunft unseres Planeten steht auf dem Spiel. Wir müssen uns vereinen, Donald Trump besiegen und Joe Biden als nächsten Präsidenten und Kamala Harris als nächste Vizepräsidentin wählen." Der Preis des Scheiterns sei einfach zu hoch, um ihn sich vorzustellen. Trumpf habe "durch die Ablehnung der Wissenschaft unser Leben in Gefahr gebracht".

Viele linke Wähler, insbesondere jüngere, stehen Biden skeptisch gegenüber. Ihnen gehen dessen Ideen nicht weit genug, etwa in der Gesundheitspolitik. Der frühere Vizepräsident unter Barack Obama war deshalb vor dem Parteitag auf den progressiven Parteiflügel zugegangen und hat mehrere von dessen Vorschlägen übernommen.

Sanders wollte schon 2016 bei der Wahl antreten, unterlag bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Damals hatte es bis zuletzt harte interne Kämpfe zwischen beiden Lagern gegeben. Manche sahen Trumps Wahlsieg dadurch begünstigt.

Quellen:New Orleans Public Radio, "Huffington Post", Bernie Sanders auf Twitter

mad

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