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US-Einsatz im Irak: Rumsfeld empfahl Strategiewechsel

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich zwei Tage vor seinem Rücktritt für einen Strategiewechsel im Irak ausgesprochen. "Ganz eindeutig funktioniert das nicht gut genug, was die US-Truppen im Irak machen", schrieb er in einer geheimen Aktennotiz.

Zwei Tage vor seinem Rücktritt Anfang November hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in einem internen Papier Änderungen in der Irak-Strategie angeregt. Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, schrieb Rumsfeld: "Meiner Ansicht nach ist es Zeit für eine größere Anpassung (der Strategie)". Was die US-Truppen gegenwärtig im Irak machten, "funktioniert nicht gut genug oder nicht schnell genug". Die Vorschläge des Ministers zur Umgruppierung oder Reduzierung der Truppen entsprächen zum Teil den Ideen der schärfsten Kritiker des Weißen Hauses, schrieb das liberale Blatt.

In dem von der Zeitung veröffentlichten Memorandum schlägt Rumsfeld vor, gemeinsame Ziele der USA und der irakischen Regierung in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sicherheit öffentlich festzulegen. Der Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte sollte durch bessere Ausrüstung und mehr Ausbildung beschleunigt werden.

Rumsfeld führt Pentagon bis Ende Dezember

Das US-Militär sollte sich auf schnell verfügbare Spezialkräfte konzentrieren und die Zahl seiner Stützpunkte vermindern. Für Sicherheit sollten die US-Soldaten nur in solchen Provinzen sorgen, die dies ausdrücklich wünschten. Kooperative Städte müssten mit Aufbauhilfe belohnt und "schlechtes Verhalten" mit Entzug der Hilfe bestraft werden. Der Verteidigungsminister regte zudem an, mit einem "bescheidenen Truppenabzug" zu beginnen, um den Irakern klar zu machen, dass sie selbst mehr Verantwortung übernehmen müssten.

US-Präsident George W. Bush hatte am 8. November den früheren CIA- Direktor Robert Gates als Nachfolger Rumsfelds nominiert. Bis zur für Ende Dezember erwarteten Bestätigung durch den Senat führt Rumsfeld weiter das Pentagon.

DPA